44. Landesversammlung der Humanisten Baden-Württembergs

Weimar. (fgw) Die 44. Ordentliche Landesversammlung der Humanisten Baden-Württemberg K.d.ö.R. (Landesverband des Humanistischen Verbandes Deutschlands – HVD) konnte am 7. Mai in Stuttgart vor allem eine positive Mitgliederentwicklung konstatieren. Dieser effektive Zuwachs liege, so Geschäftsführer Andreas Henschel, vor allem in den öffentlichkeitswirksamen Angeboten des praktischen Humanismus vor Ort begründet.


(Foto: Heiner Jestrabek)

Vorstandssprecherin Gabriele Will referierte (als erste von sechs Berichterstattern) über die wichtigsten Ergebnisse der Verbandsarbeit seit der Landesversammlung vom 25. April 2015. Stellvertretend benannte sie die Humanistische KiTa, die sehr gut angenommen werde, die (erstmalige) gemeinsame Veranstaltung mit der Humanistischen Akademie Deutschlands im Juni 2016 und das Hospizprojekt gemeinsam mit der AWO. Sie hob hervor, daß ihr Landesverband neben Berlin-Brandenburg der einzige mit einem solchen Angebot sei. Frau Will verschwieg aber auch nicht, daß dagegen ein anderes Vorhaben, das Demenzprojekt, gescheitert ist und daß es noch nicht gelungen sei, weitere Regionalgruppen zu gründen.

 

Gabriele Will, die nach 16 Jahren Vorstandsmitgliedschaft nicht wieder kandidierte, wurde im Verlauf der Versammlung von den Anwesenden mit Ovationen verabschiedet. Sie wird aber in anderer Weise im Landesverband ehrenamtlich tätig bleiben.

 

Geschäftsführer Andreas Henschel untersetzte in seinem Bericht die globale Wertung der Vorstandssprecherin mit zahlreichen Fakten. Zunächst ging er auf den Status des Landesverbandes als K.d.ö.R. (seit 1953) und die sich daraus ergebenden Rechte und Pflichten ein. Das verband er mit Aussagen zum Thema, was „wir unter Humanismus verstehen, der Kernpunkt unserer Aufgaben ist."

 

Mit berechtigtem Stolz konnte Henschel sich der Mitgliederstatistik zuwenden. Während so viele Organisationen unter Mitgliederschwund leiden, konnte dieser bei den südwestdeutschen Humanisten vor einigen Jahren gestoppt werden. Für die Jahre 2015 und 2016 konnte er sogar einen effektiven Mitgliederzuwachs 95 verkünden, so daß der Landesverband per 01.01.2017 1.334 Mitglieder in seinen Reihen vereinigte. Und zugleich habe sich die Mitgliedschaft verjüngt: Lag das Durchschnittsalter im Jahre 2001 bei 74, so liegt es heuer bei 58 Jahren.

 

Worin sei dies begründet? Henschel dazu: „Unsere Angebote des praktischen Humanismus vor Ort sind es vor allem, die zu Beitrittserklärungen führen."

 

Aber auch der Geschäftsführer verschwieg die Probleme nicht. So erweise sich das Projekt Humanistische Schule in Heidelberg komplizierter als gedacht. Sorgen bereite nach wie vor, daß die Stuttgarter Behörden Schwierigkeiten in Bezug auf würdige weltliche Feiern bei Sozialbestattungen machten. Das sei nur ein Beispiel dafür, „daß und wie einen die Bürokratie in diesem Lande in die Verzweiflung treiben könne". Daß das unnötige Energien koste und die praktische Sozialarbeit behindere. Und - der Geschäftsführer verschwieg auch nicht den desolaten Zustand, in dem sich der HVD-Bundesverband seit einiger Zeit befinde. Was Henschel nicht so deutlich aussprach: Daß die widerstreitenden Partikular-Interessen zweier Landesverbände den Gesamtverband mehr oder weniger blockieren.

 

Mit großem Interesse nahmen die Anwesenden ferner die sehr lebendig und informativ vorgetragenen Berichte von Jugendreferentin Petra Hänicke und von Andrea Müller-Mann zur Arbeit des Humanistischen Forums auf.

 

Zustimmung fanden die Berichte der Kassiererin und der Revisoren, so daß die Versammlung den Vorstand ohne Gegenstimme entlasten konnte.

 

Ohne Gegenstimmen wurden schließlich der neue Landesvorstand (Geschäftsführer Andreas Henschel und weitere neun Mitglieder) sowie die dreiköpfige Revisionskommission gewählt.

 

Für den aus Thüringen angereisten Freigeist war die Teilnahme an dieser Mitgliederversammlung insofern von Bedeutung, weil er hier erstmals die Regularien einer nichtstaatlichen Körperschaft des öffentlichen Rechts (im Vergleich mit denen eines eingetragenen Vereins) in der Praxis beobachten konnte.

 

 

Siegfried R. Krebs

 

 

 



 
08.05.2017

Von: Siegfried R. Krebs
 
 
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