Aktfotografie II: Nackte Schönheit auf den Punkt gebracht

WEIMAR. (fgw) Nur ein Jahr nach der Veröffentlichung des „Aktfotografie“-Bildbandes des Geraer Fotografen-Eheepaares Angelika und Frank Schenke legte der Verlag „Bild und Heimat“ anno 2016 einen Folgeband vor.


Dieser Band „Aktfotografie II" ist untertitelt mit der Jahresangabe „1965-2012", was leider doch irreführend ist. Denn nur drei der 65 präsentierten Fotos sind nach 1989 aufgenommen worden; zwei im Jahre 2010 und eines 2012. Zwei Drittel entstanden dagegen in den 1980er Jahren.

 

Zum Thema Aktfotografie allgemein und speziell in der DDR, einschließlich des Schaffens der Schenkes, wurde bereits in der Besprechung des ersten Bandes Stellung genommen. Zu „Aktfotografie II" kann und braucht daher nicht anderes gesagt werden.

 

Auch zum zweiten Schenke-Band hat Günther Linsel das Vorwort verfaßt. Dieses leitet er mit einem eigenem Gedicht wie folgt ein:

 

Nacktheit ist der natürlichste Prozess im Leben -

den zu begreifen es genügt, ihn zu akzeptieren

und dabei mit ihm unverpackt umzugehen.

Nackt - das ist die pure Natürlichkeit,

damit der echte Lebenszustand,

die real gewachsene Anmut,

eine wahre Ehrlichkeit,

die edle Sauberkeit,

dabei so elegant

und auch rein,

begeisternd,

anregend,

erregend,

einfach

schön.

 

Im nachfolgenden Text zum künstlerischen Schaffen von Angelika und Frank Schenke schreibt Linsel, sachkundig wertend und feinsinnig betrachtend zugleich - besser könnte es der Rezensent nicht zum Ausdruck bringen - u.a.:

 

„In jahrelanger Arbeit ständig besser ausgeprägt und mit Erfahrungen angereichert, das ist das Ergebnis einer speziellen, mitunter 'paarweisen' Tätigkeit' mit dennoch ganz unterschiedlichem Blick. Jede der 65 Fotografien stellt einen sehr individuellen Bezug zu der abgebildeten Person und der Situation dar, in der sie entstanden ist. Nicht schlechthin das 'Ablichten einer erotischen Figur' war das Anliegen von Angelika und Frank Schenke - nein, ihre besondere Beziehung zur Persönlichkeit wird in jeder Aufnahme deutlich. Gestalterisch und handwerklich bemerkenswert."

 

Linsel sagt damit nichts anderes aus, was der Rezensent bereits zu Band 1 so zusammengefaßt hat: Fotograf/-in und Modell(e) begegnen einander stets auf Augenhöhe, so wie es auch der Betrachter und die Abgebildete können. Das eben ist das Besondere und leider heutzutage zu seltene!

 

Günther Linsel führt weiter aus: „Damit ist auch der zweite Bildband mit Aktfotografien ein Werk zum Anfassen, Anschauen und Ansetzen - zum Beispiel selbst über die menschliche Schönheit und ihre Wirkung auf die Menschen nachzudenken, sie zu genießen." - Ja, darauf (dem zweiten Teil dieses Satzes) sollte es vor allem ankommen - und dem ist nichts hinzufügen!

 

Linsel läßt sein Vorwort mit einem zweiten eigenen sinnfälligen Gedicht ausklingen.

 

Es bleibt daher nur, auch bei diesem gediegen gemachten Fotoband auf seinen unglaublich niedrigen Verkaufspreis hinzuweisen. Hier gilt wie bei anderen Produkten des Verlages „Bild und Heimat": „Gutes muß nicht teuer sein!"

 

 

Siegfried R. Krebs

 

 

Angelika und Frank Schenke: Aktfotografie II (1965-2012). Mit einem Vorwort von Günther Linsel. 80 S.m.Abb. Hardcover. Verlag Bild und Heimat. Berlin 2016. 9,99 Euro. ISBN 978-3-95958-096-0

 



 
16.07.2017

Von: Siegfried R. Krebs
 
 
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