Alternative Lebens- und Liebensweisen: Sado-Masochismus

WEIMAR. (fgw) Menschen leben ihr Leben und ihre Liebe auf sehr verschiedene Weisen aus. Das war zu jeder Zeit und in jedem Kulturkreis so. Es konnte und durfte (kann und darf) lustvoll erlebt werden, sofern nicht lustfeindliche Priesterkasten mit ihren Religionen dem nicht im Wege standen/stehen. Denn: freie Liebe selbstbestimmter Menschen bedroht deren Herrschaft über Menschen, Gesellschaft und Staat. Zur Vielfalt sexuellen Lebens gehört auch der Sado-Masochismus.


Die Autorin des nachfolgenden Textes ist eine sehr selbstbewußte, berufstätige junge Frau und praktizierende Masochistin und dem Freigeist persönlich bekannt. In Gedichten und Kurzgeschichten setzt sie sich mit ihrer masochistischen Neigung und dem Ausleben derselben auseinander. Was sie reflektiert, das regt zum Nachdenken an und widerspricht so vielen Klischees unwissender Außenstehender. Und man spürt beim Lesen, daß unter der harten Sado-Maso-Schale doch meist ein zarter Kern menschlicher Zuneigung steckt. Letzteres ist es wohl, was verklemmten, spießigen, bigotten, emma-nzischen und genderwahnigen Gut-Menschen nicht in deren verzerrtes Weltbild paßt, das sie voller Intoleranz anderen Menschen aufzwingen wollen.

 

SRK

 

 

Ein Regenspaziergang im Wald

Du warst nervös und unruhig vor dem Treffen mit ihm. Auf dem Weg dorthin war die Musik im Radio auf voller Lautstärke dein Begleiter. Du wolltest deine eigenen Gedanken in dem Moment nicht mehr hören. Du hast dich entschieden, ihn zu treffen und jetzt willst du zu deiner Entscheidung stehen. Was soll schon passieren?! Du fährst extra einen Umweg, um schauen zu können, ob er schon da ist. Du siehst ihn nicht, also fährst du zum vereinbarten Treffpunkt. Als du in die Straße einbiegst, siehst du ihn schon im Rückspiegel. Dein Herz klopft schneller und du sagst dir noch einmal deutlich, dass es doch nur ein Spaziergang mit einer netten Unterhaltung wird.

 

Ihr parkt nebeneinander, steigt aus und begrüßt euch mit einem Küsschen auf die Wange, überlegt kurz, in welche Richtung ihr gehen wollt und du lachst noch über den einsetzenden Regen. Ihr hattet vorher schon so sehr gehofft, dass es nicht regnet - aber gut. Du ziehst deine Kapuze auf und schaust ihn frech an und fragst, ob er aus Zucker wäre. Er antwortet mit einem freundlichen „Nein" und ihr geht los. Der Weg ist von Matsch und Regenpfützen gesäumt. Lässig geht ihr drum herum und unterhaltet euch ungezwungen. Deine Gedanken werden leiser und du fängst an, seine Gegenwart und den Spaziergang zu genießen. Anscheinend hat er es bemerkt, denn plötzlich hast du seine Hand im Nacken. Fest und kraftvoll hält er dich fest und kannst gar nicht anders, als es zu genießen. Der kurze Moment des einsetzenden Fluchtreflexes kam zu spät und stand somit gar nicht mehr zur Debatte. Er hat es geschafft, dich damit in genau dem Moment, in dem du dachtest, es bliebe bei dem netten Spaziergang, zu überraschen und zwar so, dass du Gänsehaut am ganzen Körper bekommen hast.

 

Er zieht dich an sich 'ran. Immer noch die Hand im Nacken, schaut er, wie du auf das Dirigieren seinerseits reagierst. Du atmest tief ein und genießt es weiter. Sein Griff lockert sich und im selben Moment hast du seinen Arm um deine Hüften. Er hält dich fest und wandert mit der anderen Hand über deinen Körper. Mal auf der Kleidung und mal unten drunter. Und du kannst dir ein leichtes Seufzen nicht verkneifen, zu schön ist das Gefühl. Du genießt es und in dem Moment lässt er von dir ab. Und ihr geht plaudernd, als wäre nichts gewesen, den Weg weiter. Der Regen wird stärker. Trotzdem ist es schön.

 

Und schon wieder hast du seine Hand im Nacken. Er führt dich zwischen die Bäume mit dem Kommentar, dass es hier perfekt wäre. Er nimmt deine Hände und legt sie an eine Tanne. „Bleib so stehen und Hintern raus", hörst du ihn sagen. Und das tust du gern. Ein leichter, nicht wirklich schmerzhafter, Klaps trifft deinen Hintern. Mehr aus der Überraschung heraus als aus irgendeinem anderen Grund zuckst du erschrocken weg. Du willst dich zu Ihm drehen, doch er weiß dich am Baum zu halten. Klatsch, der nächste Schlag ist schon deutlicher spürbar. Dir entrinnt ein leichtes Stöhnen und schon trifft dich der nächste. Klatsch, du stöhnst hörbar lauter und schnappst kurz nach Luft. Er öffnet deine Hose, lässt sie auf deine Knöchel sinken und -klatsch- trifft er dich wieder schmerzhaft erregend. „Gefällt es dir", hörst du ihn fragen. Und du antwortest ihm mit einem wohligen Knurren.

 

Seine Schläge werden kräftiger und als du um Atem ringst, nimmt er dich in den Arm und hält dich fest, bis du wieder ruhiger geworden bist. Du genießt es in vollen Zügen, lässt dich von ihm berühren und beruhigst dich langsam. Er sagt, er habe dir etwas mitgebracht, und zieht seinen Gürtel aus der Hose. Böse funkelst du ihn an, als unvermittelt der erste Hieb deinen Hintern trifft. Zurück zum Baum gedreht, treffen einige schnell aufeinander folgende Hiebe deinen Hintern. Und du krallst dich in der Rinde des Baumes fest, ringst um Luft und doch bist du so erregt wie lange nicht mehr. Seine Hand geht nun zwischen deine Beine und beginnt sich forschend zu bewegen. Seine Finger dringen in dich ein und du stöhnst lustvoll auf. Nicht lange dauert es und der ersehnte Orgasmus überrollt dich. Deine Knie werden weich, doch er gibt dir Halt.

 

Ihr wiederholt dieses Spiel einige Male, bis du nicht mehr aufrecht am Baum stehen bleiben kannst. Deine Beine geben nach und langsam, fast wie in Zeitlupe, rutscht du an der Tanne hinab auf deine Knie und sinkst erschöpft auf den regennassen Waldboden. Er lässt dich kurz Luft holen, greift dir in die Haare, zieht dich wieder auf die Füße, nur um dich zärtlich und innig in den Arm zu nehmen. So verweilt ihr so lange, bis du wieder selbständig stehen kannst und deine Beine dich wieder tragen. Er grinst zufrieden, du bist sprachlos und musst dich erst einmal sammeln. Welch überraschende und genussvolle Wendung es doch genommen hat.

 

Er hilft dir dabei, deine Wäsche zu richten und entfernt die Spuren des Waldes von deiner Kleidung und aus deinen Haaren. Er nimmt dich noch einmal in den Arm und ihr setzt euren Spaziergang fort. Der Regen ist mit der Zeit stärker geworden und obwohl ihr tatsächlich richtig regennass seid, unterhaltet ihr euch noch einige Zeit bis der Abschied kommt. Du merkst schon jetzt schmerzhaft deinen Hintern. Und du weißt genau, dass das wohl noch eine Weile nachwirken wird. Nicht nur körperlich, nein, auch dein Kopf hat einiges zu tun in nächster Zeit.

 

-invinoveritas-

 

 



 
11.04.2017

Von: -invinoveritas- / SRK
 
 
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