Bei anderen gelesen: Religionsfreiheit nur nach USA-Gusto

WEIMAR. (jw/fgw) Die Tageszeitung „junge Welt“ veröffentlichte am 30. September 2019 einen mit „jk“ gezeichneten, überaus aufschlußreichen, Artikel mit der Überschrift „Hintergrund: Evangelikale Kreuzritter“. Der Autor bringt darin auf den Punkt, was die in den USA herrschenden Kreise unter „Religionsfreiheit“ verstehen und wie sie diese Phrase nutzen, um unliebsame Staaten zu destabilisieren. Nebenbei, auch die bundesdeutschen Politiker und Medien verfahren im Kern nicht anders...


In dem Artikel heißt es u.a.:

„... Als der US-Präsident vergangenen Montag in New York (...) zu einem Treffen einlud, das dem globalen Schutz der Religionsfreiheit gewidmet war, da warb sein Sonderbotschafter Samuel Brownback stolz für den Beitritt zu der neuen »International Religious Freedom Alliance«, deren Gründung US-Außenminister Michael Pompeo im Juli angekündigt hatte. (...) Donald Trump erklärte vergangenen Montag dazu: »Kein Recht ist für eine friedliche, blühende und gedeihende Gesellschaft wichtiger als religiöse Freiheit«.

 

Nun mag man darüber spotten, dass ausgerechnet eine Administration zum Kampf für die Religionsfreiheit aufruft, die gezielt Einwohner muslimischer Staaten an der Einreise zu hindern sucht. Nur: Die Ankündigung, eine globale Allianz gegen Beschränkungen der Religionsausübung zu gründen, ist ernstgemeint - aus zwei Gründen.

 

Der erste: Einsatz für Religionsfreiheit weltweit ist ein zentrales Motiv evangelikaler Christen, die in den USA sehr zahlreich sind, erheblichen Einfluss auf die Politik haben und bei Wahlen eine von Trumps wichtigsten Stützen bilden. Ihnen geht es bei der Religionsfreiheit vor allem um Missionsfreiheit für Christen in aller Welt. (...)

 

Der zweite Grund: (...) so beginnt sie [die US-Administration; SRK] nun auch im nächsten Großkonflikt, dem gegen China, unter dem Banner der Religionsfreiheit zu mobilisieren. Dabei bezieht sie sich nicht nur auf die [muslimischen; SRK] Uiguren in Xinjiang und die Anhänger des Dalai-Lama in Tibet, sondern auch auf chinesische Christen. In einer Brandrede gegen die Volksrepublik behauptete Vizepräsident Michael Pence schon vor fast einem Jahr, Beijing sei dabei, »Kreuze niederzureißen, Bibeln zu verbrennen und Gläubige zu inhaftieren«.

 

Washington will Evangelikale weltweit zum Kampf für Christen in China motivieren. Die »International Religious Freedom Alliance« würde damit zu einer weiteren Waffe im Kampf um die globale Hegemonie."

 

Der Originalartikel kann   hier nachgelesen werden.

 

 

(SRK)

 



 
30.09.2019

Von: (SRK)
 
 
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