Bei anderen gelesen: Klare Worte über böses Gut-Menscheln

WEIMAR. (fgw) Die linke Tageszeitung „junge Welt“, die heuer ihr 70-jähriges Erscheinen begeht, hat am 10. Februar unter der Überschrift „Netz- und Lebenswerker des Tages: Richard Gere“ einen bemerkenswerten Kommentar ihres Redakteurs Sebastian Carlens veröffentlicht. Darin beleuchtet er, was es leider viel zu oft mit grün-humanitärem Engagement wirklich auf sich hat.


Carlens schreibt u.a.: „Wenn ein Schauspieler fürs »Lebenswerk« ausgezeichnet wird, ist der Zenit überschritten - danach kann nichts mehr kommen. Richard Gere, der US-Mime mit Affinität zu tibetischen Gelbmützenmönchen, ist so gesehen kein Mann von gestern, sondern von vorvorgestern. (...)

 

Gut, er hat in »Pretty Woman« mitgespielt. Um 1990 herum. Was tut der Hollywoodstar, wenn auf der Leinwand kein Bedarf mehr ist? Er fühlt sich berufen, Waisenkinder zu belästigen, ganze Weltregionen oder Tierarten zu adoptieren [siehe unten; SRK] oder für irgendeine obskurante »verfolgte Gruppe« einzutreten. Bei ihm fiel die Wahl auf »die Tibeter«. Die wissen nichts von ihrem Glück und würden sich für die Sinnfindungskrise eines Schauspielers nicht weiter interessieren. Aber Geres Neigung fügt sich in die außenpolitischen Ziele der USA - und Deutschlands. Sein Herumgelümmel bei Angela Merkel am Donnerstag ist also Politik.

 

Aber erst durfte sich Claudia Roth anwanzen: »Unsere Herzen tanzen, wir sind aufgeregt, und wir freuen uns«, jauchzte der grüne Backfisch am Mittwoch, als sie Gere im Parlament herumführen durfte. »Eine Sternstunde des Bundestages«, befand sie als dessen Vizepräsidentin. (...)

 

Was liegt an, in Berlin? Eine Auszeichnung? Nein, nur antichinesische Stimmungsmache und Werbung für die blutige Theokratie des Dalai Lama. Da ist man sich einig, von Hollywood über die Grünen bis zur CDU. Und außerdem hat der Dalai Lama ja viel länger Erfahrung damit, sich weltweit aushalten zu lassen, ohne irgendwas dafür zu tun."

 

Wie sich arrogant-ignorantes Gutmenscheln satt-saturierter, insbesondere auch tatziger und pseudo-humanistischer, Mittelschichtler tatsächlich auf das Leben konkreter Menschen auswirkt, das kommt am selben Tage in einem Bericht von der Berlinale plastisch zum Ausdruck:

 

„... vergeht den Inuk am Polarkreis, die dank selbsternannter Weltretter nicht mehr mit Robbenfellen handeln dürfen. Ihrer traditionellen und einzigen Erwerbsmöglichkeit beraubt, verfallen sie in Armut und Regression. Alethea Arnaquq-Baril deckt in »Angry Inuk« auf, wie das Bild niedlicher Robbenbabys zur Geldmaschine für sich moralisch gerierende NGOs wird..."

 

 

(SRK)

 



 
11.02.2017

Von: SRK
 
 
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