„Counterpunch“ über schlechte Verlierer nach der Trump-Wahl

WEIMAR. (fgw) Bereits am 19. Dezember 2016 erschien im Internet-Magazin „Counterpunch“ ein Artikel von Diana Johnstone „Schlechte Verlierer“ (deutsche Übersetzung: Regina Schwarz) über die Demonstranten und Widerständler gegen den neuen US-Präsidenten Donald Trump. Nicht wenige der darin getätigten Aussagen treffen auch auf deutsche Verhältnisse zu. Unter anderem heißt es in diesem Artikel:


Die schlechten Verlierer an der Spitze wissen zumindest, was sie tun, und haben ein Ziel. Die schlechten Verlierer in den unteren Etagen äußern Gefühle ohne klare Ziele. Es ist eine verlogene Dramatik, zum »Widerstand« aufzurufen, als wäre das Land von Außerirdischen überfallen worden. (...)

 

Was auch immer sie denken oder fühlen mögen, die vor allem jungen Anti-Trump-Demonstranten in den Straßen bieten das Bild von verzogenen Blagen einer hedonistischen Konsumgesellschaft, die einen Wutanfall kriegen, sobald sie nicht bekommen, was sie wollen. (...) Hillary Clinton stigmatisierte Millionen von Wählern als »einen Haufen bedauernswerter Rassisten, Sexisten, Homophober, Xenophober und Islamophober - oder wie auch immer ihr sie nennen wollt«. Diese Aussage machte sie als Teil ihres Feldzuges für Identitätspolitik bei einer Lesben-, Gays-, Bisexuellen- und Transgenderdemonstration. Durch die Stigmatisierung einer schwindenden weißen Mehrheit sollte eine Minderheitenklientel gewonnen werden. Nach der Prämisse der Identitätspolitik werden ethnische und sexuelle Minderheiten unterdrückt und sind daher der weißen Mehrheit moralisch überlegen, die als Unterdrücker gilt. (...)

 

In größter Not schiebt die Clinton-Kampagne schließlich den angeblich von Russland verbreiteten »Fake News« die Schuld für Hillarys Niederlage zu. Dabei handelt es sich nur um eine weitere Facette in der zunehmenden Tendenz zur Internetzensur, die sich angeblich gegen Kinderpornographie und Antisemitismus richtet. Jetzt kann man, unter dem Vorwand »Fake News« zu bekämpfen, alles zensieren, was gegen die offizielle Linie verstößt. Diese Bedrohung der Freiheit übertrifft elf Jahre alte Männerklomachosprüche von Trump bei weitem.

 

Es wird und muss eine starke Opposition gegenüber jeglicher reaktionärer Innenpolitik der Trump-Administration geben. Diese Opposition sollte Themen klar benennen und bestimmte Ziele verfolgen, anstatt einen generellen Widerstand zu proklamieren, der zu nichts führt. (...)

 

Aber der »Widerstand« gegenüber Trump wird wohl diese pragmatische Friedenspolitik nicht unterstützen, denn Friedenspolitik stößt im kriegliebenden Kongress bereits jetzt auf Opposition. Statt dessen stärken die desorientierten Linken nun mit ihrem »Trump ist nicht mein Präsident«-Geschrei unabsichtlich diese Opposition, die viel schlimmer ist als Trump. (...)

 

Das traurige Bild von Amerikanern, die als schlechte Verlierer unfähig sind, die Realität zu akzeptieren, ist zum Teil dem ethischen Versagen von Intellektuellen der sogenannten 68er-Generation zuzuschreiben. (...)

 

Ihnen geht es nur noch darum, alle Aufmerksamkeit von Jugendlichen auf die Frage zu richten, wie man richtig auf das Sexualleben anderer und auf »Genderidentität« reagieren soll. Mit diesem esoterischen Zeug wird das »Veröffentliche-oder-stirb-aus-Syndrom« genährt. Akademiker in den Sozialwissenschaften werden so davon abgehalten, irgend etwas zu lehren, was als Kritik an den US-amerikanischen Militärausgaben gelten könnte oder an den gescheiterten Anstrengungen, die US-Vorherrschaft in der globalisierten Welt für ewig zu behaupten. So besteht die wichtigste Kontroverse für diese Akademiker nun darin, wer welche Toilette benutzen darf. (...)

 

 

(SRK)



 
24.01.2017

Von: SRK
 
 
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