DGHS fragt vor der Wahl: Parteien, sagt uns, wo Ihr steht!

WEIMAR. (fgw) Pünktlich zum Quartalsbeginn wird dieser Tage die neueste Ausgabe der Vierteljahreszeitschrift „Humanes Leben – Humanes Sterben“ (HLS) mit dem Titelthema „Die Parteien vor der Bundestagswahl 2017“ ausgeliefert. Die DGHS - das heißt ausgeschrieben Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben e.V. - versteht sich als Menschenrechts- und Patientenschutz-Organisation sowie als Bürgerrechtsbewegung.


Nach eingehender Lektüre aller 34 Heftseiten kann, ja MUSS, der Rezensent einschätzen, daß diese Ausgabe mehr als nur eine Zeitschriftennummer ist. Stellt doch die Ausgabe 2017 - 3 im Kern eigentlich sogar ein spezifisches Nachschlagewerk für die tägliche Praxis der DGHS-Ehrenamtler dar. Und natürlich auch eine profunde Wissensvermittlung an alle Mitglieder und Sympathisanten. Wegen der Fülle gewichtiger Aussagen ist eine detailliertere Betrachtung der einzelnen Artikel nicht leider möglich. Aber, vielleicht ist ja gerade diese knappe Besprechung für Nichtmitglieder Anlaß, die Zeitschrift bei der DGHS-Geschäftsstelle anzufordern.

 

In seinem „Editorial" geht DGHS-Präsident Prof. Dr. Dieter Birnbacher zunächst auf erfreuliches aus der Organisation selbst ein, um dann auf die Wahlprogramme der Parteien zur Bundestagswahl am 24. September hinzulenken. Eine erste Analyse dieser Programme habe gezeigt, daß es gerade die FDP sei, die beim Thema Sterbehilfe der DGHS am nächsten stehe. Das veranlaßte Birnbacher zu einem Interview mit der Stellvertretenden Bundesvorsitzenden der FDP Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann (S. 8).

 

Auf S. 9 ist dann das Schreiben der DGHS mit den Wahlprüfsteinen an die Parteien abgedruckt. Darin wird nach deren aktuellen Positionen zur Sterbehilfe gefragt. Die wiedergegebenen Antworten fallen unterschiedlich aus. Sie reichen von weiteren rechtlichen Verschärfungen (AfD), über den Status Quo (CDU/CSU) oder ein einerseits/andererseits (z.B. Die Grünen) bis hin zur Streichung des § 217 (z.B. FDP und Partei der Humanisten). Was aber mag es bedeuten, daß die SPD einer klaren Antwort auswich und die Die LINKE gar nicht erst antwortete?

 

Daneben nimmt Rechtliches breiten Raum ein und ist der Grund für des Rezensenten Eingangsbemerkung. DGHS-Vizepräsident Rechtsanwalt Prof. Dr. Robert Roßbruch hat für diesen Komplex zwei Artikel beigesteuert. Zum einen eine Anmerkung zur Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts vom 2. März 2017 („Erlaubnis zum Erwerb einer tödlichen Dosis Natrium-Pentobarbital zur Selbsttötung" / S. 4-5), zum anderen sein „Plädoyer für eine ersatzlose Streichung des § 217 StGB" (S. 24-25), basierend auf Grundgesetz und Europäischer Menschenrechtskonvention. „Sterbehilfe für Tiere - Wer trifft die finale Entscheidung?", so hat Rechtsanwalt Dr. Oliver Kautz seinen Beitrag über rechtliche und ethische Fragen am Lebensende von Haustieren überschrieben (S. 14 - 15).

 

Wissenwertes, Bedenkenswertes findet sich in den Artikeln von Franz-Josef Koller („Eine Urerfahrung neu entdecken - Faszination und befreiende Wirkung des Heilfastens" / S. 12-13), von -we- („Sterbefasten - eine Form des selbstbestimmten Lebens?" / S. 31) sowie von Dr. Manfred von Lewinski („Leben in Demenz - lebenswert, nur anders?" / S. 33-34).

 

Über das Vereinsleben „vor Ort" wird in sechs Wort- und Bildnachrichten informiert: aus Bamberg, Berlin, Cottbus, Düsseldorf, München und Weimar.

 

Nicht fehlen dürfen die übrigen ständigen Rubriken und noch weitere Nachrichten, so u.a. der „Blick über die Grenzen" nach Australien, Frankreich, in die Niederlande, die Schweiz und nach Südafrika", die Leserbriefseite, der „Blick in die Medien" oder die Rezensionen zweier Filme und sowie (ausführlich) dreier Bücher (letztere verfaßt von Oliver Kirpal, Lutz Kaspar und Wega Wetzel).

 

Daher großes Lob an die Blattmacher und die Autoren!

 

Mehr Informationen zur DGHS und ihrer Zeitschrift sind auf der Homepage zu finden.

 

 

Siegfried R. Krebs

 

 



 
29.06.2017

Von: Siegfried R. Krebs
 
 
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