DGHS informiert über Wissenswertes rund um die Pflege

WEIMAR. (fgw) Pünktlich zum Quartalsbeginn ist dieser Tage die neueste Ausgabe der Vierteljahreszeitschrift „Humanes Leben – Humanes Sterben“ (HLS) mit dem Titelthema „Neue Broschüre ergänzt DGHS-Informations-Angebot“ ausgeliefert worden. Die DGHS - das heißt ausgeschrieben Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben e.V. - versteht sich als Menschenrechts- und Patientenschutz-Organisation sowie als Bürgerrechtsbewegung.


Zum Schwerpunkt wird zunächst die jüngste Sonderpublikation, die Nr. 13 der DGHS-Schriftenreihe „Was tun im Pflegefall? - Informationen zu den Pflegestärkungsgesetzen II und III", vorgestellt. (S. 11). Diese ist ab sofort kostenfrei bei der DGHS-Geschäftsstelle erhältlich. Worauf pflegende Angehörige achten sollten, dazu gibt auf den HLS-Seiten 12 und 13 wichtige Tips zu Tagespflege, Auszeiten und Selbstfürsorge. Rechtsanwalt Dr. Oliver Kautz äußert sich dann zur Frage was beim Erbrecht gilt, wenn unentgeltlich gepflegt wird: „Pflegende Abkömmlinge haben in Einzelfällen einen Ausgleichsanspruch." (S. 14-15)

 

Neben diesem Schwerpunkt widmet sich diese Ausgabe ethischen und rechtlichen Fragen. So schreibt DGHS-Präsident Prof. Dr.Dr. Dieter Birnbacher in seinem Editorial: „Je mehr Menschen sich für den freiwilligen Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit mit dem Ziel der Herbeiführung des Todes (FVNF) als einen von vielen Wegen selbstbestimmten Sterbens interessieren, desto intensiver wird die Debatte darum, wie weit es sich dabei um eine Variante der Selbsttötung handelt oder um eine besondere, von der Selbsttötung zu unterscheidende Art selbstbestimmten Sterbens handelt. (...) Zusätzliche Fragen ergeben sich im Zusammenhang mit dem neu eingeführten Strafrechtsparagraphen 217. (...) Wäre die palliativ-medizinische Betreuung eines Patienten, der am Ende seines Lebens auf Flüssigkeit verzichtet, sofern sie nicht von vornherein auf den Einzelfall beschränkt ist, am Ende strafbar?" (S. 3)

 

Ein Gastbeitrag von Dr. Manfred von Lewinski („Leben erhalten - zu wessen Bestem?") beschäftigt sich mit der Frage, wie es dazu kommen kann, daß Menschen nicht immer so selbstbestimmt sterben können, wie sie es sich wünschen würden, und in wessen Interesse dieser Umstand liegt. (S. 33-34).

 

Ausführlich wird unter der Überschrift „Letzte Hoffnung: Behörde?" über den Zwischenstand zu den Folgen eines Gerichtsurteils informiert, das dazu führte, daß Todkranke nun den Staat herausfordern. (S.4-5) Ebenso ausführlich wirdmet sich diese Ausgabe der aktuellen Debatte um Patientenverfügungen und die von der DGHS erwirkte einstweilige Verfügung gegen den Online-Dienst Dipat. (S. 6-7)

 

Nicht zu kurz kommen in der Rubrik „Aus den Regionen" Berichte über Vereins-Aktivitäten und Aktionen, so aus Berlin, Gelsenkirchen und insbesondere Bremen über den dortigen DGHS-Stand auf der Messe „InVita" („Wie aus einer Absage ein überwältigender Erfolg wurde.").

 

Mit Nachrufen gedenkt die DGHS hier aber auch dreier verstorbener Aktivisten: Franz-Josef Koller, Helmut Wolf und Elmar May.

 

Die HLS wirft wie immer einen „Blick über die Grenzen" mit Nachrichten aus Belgien, den Niederlanden und der Schweiz und einen anderen „Blick in die Medien" Deutschlands. Veranstaltungstips und drei Rezensionen runden die Zeitschrift wie gewohnt ab: Claudia Wiedenmann, Siegfried R. Krebs und Wega Wetzel besprechen hier „Tod" aus der Reihe „Grundthemen der Philosphie" von Dieter Birnbacher, „Killerfrauen" von Stephan Harbort (u.a. über das Dilemma mitfühlender Pflegekräfte) und „Abschied vom Leben. Von der Patientenverfügung bis zur Palliativmedizin" von Michael de Ridder.

 

 

Mehr Informationen zur DGHS und ihrer Zeitschrift sind auf deren Homepage zu finden.

 

 

Siegfried R. Krebs

 

 

 

 



 
05.10.2017

Von: Siegfried R. Krebs
 
 
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