DGHS-Zeitschrift mit dem Schwerpunktthema Urlaubsreisen

WEIMAR. (fgw) Pünktlich zum Quartalsbeginn ist dieser Tage die neueste Ausgabe der DGHS- Vierteljahreszeitschrift „Humanes Leben – Humanes Sterben“ (HLS) mit dem Titelthema „Mit der Patientenverfügung in den Urlaub“. Die DGHS - das heißt ausgeschrieben Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben e.V. - versteht sich als Menschenrechts- und Patientenschutz-Organisation sowie als Bürgerrechtsbewegung.


Wie beliebte Urlaubsländer mit Patientenverfügungen (und auch Organspenden) umgehen, das ist das Thema des redaktionellen Artikels „Brügge/Capri/Paris sehen und - sterben?" (S. 4-6). Ja, was ist, wenn man in der Fremde einen Unfall oder gar einen Schlaganfall erleidet? Eine Antwort weiß die DGHS, denn sie „bietet bereits seit Jahren Patientenverfügungs-Formulare auch in englisch („living will"), französisch („Dispositions de fin de vie"), italienisch („Disposizioni del paziente") und spanisch („Testamento vital") an." Diese können in der Geschäftsstelle angefordert oder online im Service-Bereich von www.dghs.de als pdf-Datei herunterladen werden. Allerdings würden in vielen Ländern für deren Bürger sehr unterschiedliche Regelungen gelten. Und was gilt in solchen Fällen für Deutsche? Der Artikel gibt hierzu in Kurzform einige Erstinformationen.

 

Manuela Hauptmann ergänzt diese Informationen mit dem Beitrag „Seniorenreise - so beliebt wie noch nie!" inklusive von zehn Tips, die man bei der Planung einer Auslandsreise berücksichtigen sollte (S. 12-13).

 

Einen weiteren Schwerpunkt bilden Artikel zu verschiedenen Rechtsfragen. So schreiben Oliver Kirpal und Wega Wetzel darüber, wie man bei der DGHS das Datenschutzmonstrum „DSGVO" handhabt (S. 9). Letztere schreibt auf S. 10 noch darüber, daß die Bundesregierung eine Klarstellung in Sachen „Anträge auf NaP" hinauszögere.

 

Daß „Das letzte Hemd keine Taschen hat", thematisiert Rechtsanwalt Oliver Kautz in seinem Beitrag „Schenkungen zu Lebzeiten und vorweggenommene Erbfolge machen Sinn" (S. 14-15) Er gibt darin Auskunft über die Möglichkeiten, bereits zu Lebzeiten Vermögenswerte auf potenzielle Erben zu übertragen und auch darüber, wann das sinnvoll sein könnte.

 

Rolf Knoll, DGHS-Kontaktstellenleiter für Mitteldeutschland, hat bereits vor 25 Jahren in Dresden einen Gesprächskreis gegründet. Sylvia H. war von Anbeginn bis zu ihrem Tode in diesem Jahr Mitglied dieses Kreises. Knoll beschreibt in dieser HLS-Ausgabe auf sehr feinfühlige Weise den Lebensweg dieser Frau vom Jahrgang 1928 und wie er ihr über viele Jahre hinweg als Bevollmächtigter zur Seite gestanden ist. Da er auch als „bestellter Betreuer" tätig ist, geht Knoll in diesem Artikel „Wie ich einer alten Dame bis zuletzt beistehen konnte" auch grundsätzlich auf das Recht auf Selbstbestimmung gerade im Alter und bei schwerer Krankheit ein (S. 7-8).

 

HLS-Kolumnist Manfred von Lewinski reagiert in seinem Beitrag „Wider den Tod" (S. 33-34) dezidiert und gut argumentierend auf drei fragwürdige (bundesdeutsche) Einwände gegen das selbstbestimmte Sterben ein. Er schreibt u.a. - man gestatte dieses doch etwas längere Zitat:

 

„Was ist von diesen Bedenken zu halten? Man tut gut daran, über sie nicht leichtfertig hinwegzugehen. Aber halten sie einer kritischen Prüfung wirklich stand?

 

 

Der besorgte Blick auf unsere Vergangenheit erscheint begreiflich angesichts der entsetzlichen Entgleisungen, die sich unser Land im Umgang mit dem menschlichen Leben hat zu Schulden kommen lassen. Die immer wiederholte Bezugnahme hierauf verkennt allerdings den völlig anderen Ausgangspunkt für die heute geführte Debatte.

 

 

Entschieden damals staatliche Institutionen und von ihnen beauftragte Handlanger über den Fortbestand des Lebens anderer, das von besonderen Leiden und Missbildungen, später von ideologisch motivierter Missliebigkeit gezeichnet war, und dies ohne Rücksicht auf deren frei geäußerten Willen, geht es heute allein darum, ob und gegebenenfalls wie es einem mündigen und entscheidungsfähigen Menschen ohne äußeren Zwang ermöglicht werden kann, auf Grund einer freien Entscheidung seinem eigenen Leben ein in seinen Augen würdiges Ende zu setzen oder wie man ihm dazu verhelfen kann, wenn er diesen freien Willen klar äußert.

 

 

Diese Intentionen haben im Kern nichts miteinander zu tun. Sie klar und unbeirrbar voneinander getrennt zu halten und konkret darüber zu wachen, dass niemand von anderen zum Sterben genötigt wird, ist die Aufgabe, die unser Staat leisten kann und leisten muss, ganz unabhängig davon, ob er den frei gewählten Tod in einer würdigeren Form ermöglicht oder ob er dies - so wie bisher - mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln zu verhindern sucht."

 

Diese klaren Worte sprechen für sich und ihnen hat der Rezensent nichts hinzusetzen!

 

Praktische Tips zum Suchen und Finden (der DGHS-Bevollmächtigtenbörse) gibt es auf S. 21. Zur Zeit würden 60 geschulte freiwillige Ehrenamtler des Vereins für diesen humanitären Service zur Verfügung stehen, heißt es darin. Und in der Rubrik „Aus den Regionen" wird über Veranstaltungen in Bremen, Heppenheim, Weimar und Worms informiert.

 

Nicht fehlen dürfen die regelmäßigen Rubriken „Blick über die Grenzen" (nach Australien, Frankreich, Großbritannien, Indien, Portugal, die Schweiz und den US-Bundesstaat Hawaii) und „Blick in die Medien" sowie „Leserbriefe". Hingewiesen wird ferner auf Ausstellungen u.a. in Ebersberg, Eisleben, Kassel und Wien.

 

Ebenfalls nicht fehlen dürfen die kurzen Besprechungen von drei Büchern aus der Feder von Siegfried R. Krebs und Claudia Wiedenmann. Letztere stellt hier u.a. Jessica Hübners Buch „Selbstbestimmt Sterben - Handreichung für einen rationalen Suizid" vor.

 

Mehr Informationen zur DGHS und ihrer Zeitschrift sind auf deren Homepage zu finden.

 

 

Siegfried R. Krebs

 

 

 

 

 

 



 
30.06.2018

Von: Siegfried R. Krebs
 
 
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