Eine Luther-Konferenz der „Vereinigten Thüringer Ketzer“

WEIMAR. (fgw) Die seit Jahresbeginn 2017 im „Humanistischen Forum“ informell zusammenarbeitenden säkularen Organisationen Thüringens (die sich selbst mit Augenzwinkern als „Vereinigte Thüringer Ketzer“ bezeichnen) laden am Sonnabend, den 11. November, alle Interessierten nach Eisenach zu einer wissenschaftlichen Konferenz ein. Denn 500 Jahre Reformation und die damit verbundene staatlich-kirchliche Verkündung des Luther-Jubel-Jahres fordern zu einer kritischen Auseinandersetzung mit Luther und seinem Erbe heraus.


Das in Thüringen wirkende Lehrer-Ehepaar Anna und Walter Lindemann gehörte vor 1933 zu den geistigen Köpfen der sozialistischen deutschen Freidenkerbewegung.

Auf der Tagungsordnung stehen u.a. die Vorträge

„Mit Luther alles in Butter? - Anmerkungen zur deutschen Luther-Rezeption aus humanistischer Perspektive" (Dr. Horst Groschopp, ehemaliger Präsident des HVD-Bundesverbandes) und

„Frühbürgerliche Entwicklung in Deutschland" (Thomas Loch, DFV-Landesvorsitzender in Sachsen-Anhalt).

Zum Abschluß wird dann noch zu einem „Freidenkerisch-Humanistischen Stadtspaziergang" eingeladen.

 

Und auch das gehört zum Tagungsangebot: Ein Bücherstand des HVD mit aufklärerischen, humanistischen und freidenkerischen Publikationen aus dem Alibri-Verlag und dem Verlag Freiheitsbaum.

 

Das „Humanistische Forum" wird derzeit gebildet vom Deutschen Freidenkerverband Thüringen (DFV) - der für die Eisenacher Konferenz die Federführung übernommen hat, dem Humanistischen Verband Deutschlands, LV Thüringen (HVD), der Giordano-Bruno-Stiftung Mittelthüringen (gbs) und der LAG „Laizismus" in und bei der Partei Die LINKE Thüringen.

 

Der Veranstaltungsort wurde übrigens nicht zufällig gewählt: Denn in Eisenach gründete sich im September 1908 ein „Zentralverband Deutscher Freidenker", der sich ab 1911 „Zentralverband proletarischer Freidenker" und ab 1922 „Gemeinschaft Proletarischer Freidenker" nannte. Aus diesem Verband und dem bereits 1905 in Berlin gegründeten „Verein der Freidenker für Feuerbestattung" ging Ende der 1920er Jahre ein gemeinsamer Verband hervor, der sich 1930 in „Deutscher Freidenkerverband" (DFV) umbenannte. Die 1905 und 1908 entstandenen Freidenker-Verbände verstanden sich beide als sozialistische, der Arbeiterbewegung verbundene Organisationen. Und in diesen Organisationen haben der heutige DFV und der HVD-Landesverband Berlin-Brandenburg ihre Wurzeln.

 

Veranstaltungsinformation zur Luther-Konferenz am 11. November, Beginn 11 Uhr:

Diese findet im „Augustiner Bräu", Georgenstraße 30, 98817 Eisenach, statt.

Unweit des Gasthauses befindet sich das „Parkhaus Am Markt" (Ecke Wydenbrugkstr./Hinter der Mauer)

 

 

Siegfried R. Krebs

 



 
03.11.2017

Von: Siegfried R. Krebs
 
 
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