fowid hinterfragt die PEW-Studie „Christ sein in Westeuropa“

WEIMAR. (fowid/fgw) In einer Studie zum religiösen Wandel in Westeuropa kommt das PEW-Forschungszentrum zu eigenartigen Ergebnissen und Bewertungen, die in der Studie „Christ sein in Westeuropa“ veröffentlicht wurden. Die Eigenartigkeiten der Datenbasis und der Interpretationen sollen am Beispiel Deutschland im Detail erläutert werden.


Nach der Feststellung, dass Westeuropa eine der säkularsten Regionen der Welt, heißt es zusammenfassend eingangs: „Die meisten befragten Erwachsenen betrachten sich allerdings immer noch als Christen, auch wenn sie selten einen Gottesdienst besuchen. Die Studie zeigt, dass nicht praktizierende Christen (die für die Zwecke des vorliegenden Berichts als Personen definiert werden, die sich als Christen betrachten, aber nicht mehr als ein paar Mal im Jahr an einem Gottesdienst teilnehmen) den größten Anteil an der Bevölkerung in der Region stellen. In jedem Land, mit Ausnahme von Italien, sind diese Personen zahlreicher als praktizierende Christen (Personen, die mindestens einmal im Monat einen Gottesdienst besuchen). Die Zahl der nicht praktizierenden Christen übersteigt in den meisten befragten Ländern auch die Zahl der Personen ohne Religionszugehörigkeit (Personen, die sich selbst als Atheisten, Agnostiker oder „keiner bestimmten religiösen Gemeinschaft angehörig" bezeichnen und manchmal auch „konfessionslos" genannt werden)."

 

Die Unterscheidung in zwei christliche Gruppen wurde nach der Kirchganghäufigkeit vorgenommen, wobei diejenigen, die mindestens einmal im Monat in die Kirche gehen, als „praktizierende Christen" bezeichnet werden, und diejenigen, die weniger als einmal im Monat, gelegentlich oder niemals einen Gottesdienst besuchen, als „nicht-praktizierende Christen".

 

(...)

 

Fazit

Diese PEW-Studie - die im Übrigen von der evangelikalen John-Templeton-Foundation mit finanziert wurde, hat sehr große Eigenartigkeiten und, zumindest für Deutschland, keine repräsentative Datengrundlage.

 

Zu den Eigenartigkeiten für Deutschland mag man dann auch zählen, dass diese Studie (am 29.5.2018) in Berlin vorgestellt wurde. Organisator war das Aspen Institute Germany und der Veranstaltungsort war kein wissenschaftlicher oder weltanschaulich neutraler Ort, sondern die St.-Simeon-Kirche in Berlin-Kreuzberg. In dieser evangelischen Kirche ist die das Kirchenschiff dominierende Kanzel mit einem großen Tuch umfasst, auf dem ein großes goldenes Kreuz abgebildet ist, umgeben von der Aussage: „Ich bin die Wahrheit". Darin werden u. a. die Studienergebnisse bestätigt, dass sowohl praktizierende wie nicht-praktizierende Christen mit 21 Prozentpunkten mehr als die Konfessionslosen der Aussage zustimmen: „Unser Volk ist nicht perfekt, aber unsere Kultur ist anderen überlegen."

 

Mehr dazu auf der Webseite der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland.

 

 

Carsten Frerk

 



 
01.06.2018

Von: Dr. Carsten Frerk
 
 
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