fowid kommentiert Umfragen zur Bedeutung von Religion

WEIMAR. (fowid/fgw) Zum Abschluss der ARD-Themenwoche „Woran glaubst du?“ wurde im ARD-Deutschlandtrend für das ARD-Morgenmagazin durch EMNID nach der persönlichen Bedeutung von Religion und Glauben gefragt. Es zeigte sich – was bereits länger bekannt ist – dass Religion für die Menschen in Deutschland nur eine geringere Bedeutung hat. Insofern hat die ARD-Themenwoche nicht die Realität abgebildet, heißt es in einer Betrachtung von fowid, der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland:


Für den Deutschlandtrend war gefragt worden: Welche Bedeutung haben Religion und Glauben für Sie?" Für etwas mehr als einem Drittel (37 Prozent) der Deutschen haben demnach Religion und Glauben eine „sehr große Bedeutung" (8 Prozent) bzw. eine „große Bedeutung" (29 Prozent). Für etwas weniger als zwei Drittel der Deutschen (63 Prozent) haben Religion und Glauben nur eine „geringe Bedeutung" (36 Prozent) bzw. „gar keine Bedeutung" (27 Prozent).

 

Das ist bekannt, ebenso wie die Darstellung nach Geschlechtern oder der Ost-West-Vergleich - die beide (nach der bereits unqualifizierten ARD-Darstellung im „Land ohne Glauben") in der eigenartigen Grafik dargestellt werden, dass 46 bzw. 41 Prozent so dargestellt werden, als seien es 100 Prozent - die volle Breite.

 

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Im Dezember 2015 berichtet die „HÖR ZU" die Ergebnisse einer forsa-Umfrage: „Für 61 Prozent der Deutschen haben Religion und Glaube in ihrem Leben keine oder nur geringe Bedeutung - im Osten Deutschlands gilt das sogar für 83 Prozent (im Westen liegt der Wert bei 57 Prozent), nur für zwölf Prozent der Befragten hat ihr Glaube sehr große Bedeutung."

 

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Im Jahre 2011, zwölf Jahre nach dem Fall der Mauer, realisierte Infratest dimap für den MDR eine Umfrage zu Kirche und Glaube in Deutschland. Die Frage lautete: „Mit dem Mauerfall 1989 hat sich das Leben vieler Deutscher geändert. Wie ist das bei Ihnen persönlich, ist Religion in Ihrem Leben seitdem wichtiger oder unwichtiger geworden?" 60 Prozent sagen, dass sei bei ihnen gleich geblieben, für 13 Prozent ist Religion wichtiger geworden und für 20 Prozent unwichtiger. Dabei ist bemerkenswert, dass in den östlichen Bundesländern diejenigen, die sagen Religion sei für sie persönlich unwichtiger geworden, 30 Prozent beträgt gegenüber 18 Prozent in den westlichen Bundesländern. Der Rückgang in der Bedeutung von Religion ist aber im Westen wie im Osten.

 

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In einer derzeit noch laufenden Civey-Umfrage „Wie groß ist das Vertrauen in die Kirchen?" sagen zwei Drittel (65,7 Prozent), dass sie ein eher geringes (34 Prozent) oder sehr geringes Vertrauen (31,7 Prozent) in die Kirchen haben. Auch das sind keine neuen Ergebnisse.

 

Mehr dazu auf der Webseite der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland.

 

CF/SRK

 



 
19.06.2017

Von: CF / SRK
 
 
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