fowid über das „Säkulare Spektrum“ in Deutschland (2017)

WEIMAR. (fowid/fgw) „Säkulares Spektrum“ ist ein feststehender, allerdings sehr pragmatischer Begriff derjenigen, die zur „säkularen Szene“ (ein Synonym) gehören und deswegen wissen, wer das ist. Andere, außerhalb davon, sind immer wieder verwundert, besonders über die Engführung von „säkular“.


Der Vorsitzende des Koordinierungsrates säkularer Organisationen (KORSO), Helmut Fink, definiert: „Unter ‘säkularen Organisationen' werden ... solche verstanden, die ein distanziertes oder ablehnendes Verhältnis zu religiösen Wahrheitsansprüchen oder kirchlichen Sonderrechten als bewussten Teil ihrer Identität aufweisen." Es handele sich hierbei „um die ‘säkulare Szene' im engeren Sinn ..., um den organisatorischen Ausdruck nichtreligiöser Weltbilder und gottloser Kulturbestrebungen, um die Interessen konfessionsfreier Menschen und die Trennung von Kirche und Staat."

 

„Säkulare Szene" ist letztlich eine Selbst- und Sammelbezeichnung für sich als verwandt betrachtende „Körperschaften", in der nur in Betracht gezogen wird, was sich „organisiert" zeigt und sich selbst mit sozialkulturellen und politischen Berührungspunkten ausstattet. Wir haben es hier mit einer Vielheit von atheistischen, humanistischen, freidenkerischen und freireligiösen Gemeinschaften, aber auch mit Fachverbänden, Stiftungen und Initiativen zu tun.

 

Der Begriff der „säkularen Szene" wurde im Jahr 2000 als politisch-pragmatischer Notbehelf vom Hamburger Unitarier Helmut Kramer vorgeschlagen, um das Verbindende der in der „Sichtungskommission" der Humanistischen Akademie Berlin sich versammelnden Organisationen auszudrücken und sie wieder miteinander in Kommunikation zu bringen. Und obwohl sich die Humanistische Union von Beginn an nicht an diesen Organisationsbemühungen beteiligte, wie zunächst auch die Jugendweihevereine, zählten sie zu den „Säkularen" im Sinne des Begriffs der „säkularen Szene" - nicht aber solche eindeutig säkularen Einrichtungen wie Gewerkschaften, Parteien und viele Dienstleister...

 

Mehr dazu auf der Webseite der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland.

 

 

Horst Groschopp

 



 
21.03.2017

Von: Dr. Horst Groschopp
 
 
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