fowid über die aktuellen Gehälter von deutschen Klerikern

WEIMAR. (fowid/fgw) Die Besoldung von Geistlichen der beiden Großkirchen entspricht der von Staatsbeamten im höheren Dienst; Details sind in jeder Landeskirche bzw. Diözese unterschiedlich geregelt. In beiden Kirchen werden Pfarrer zunächst i.d.R. nach A 13 (entspricht im Grundgehalt einem Regierungsrat) und ab ca. Dem 40. Lebensjahr fast überall nach A 14 (= Oberregierungsrat) eingestuft. Nur relativ wenige Geistliche steigen nach A 15 (= Regierungsdirektor) oder A16 auf.


Zusätzlich sind aber folgende Faktoren zu berücksichtigen:

 

Geistliche erhalten grundsätzlich (allerdings nicht immer) ein volles 13. Monatsgehalt und alle im öffentlichen Dienst üblichen Zuschläge (z.B. Urlaubsgeld, vermögenswirksame Leistungen). Die Höhe der Zusatz-Einkünfte für besondere Dienste (z.B. Taufen, Trauungen, Bestattungen, Religionsunterricht, Meßstipendien) hängt von der Regelung in der einzelnen Diözese/Landeskirche ab.

 

Fast immer wohnen Geistliche in einem Pfarrhaus o.ä., wo sie nur eine geringe Miete entrichten. Im Vergleich zum Normalbürger sparen sie je nach Wohnort und Lage einen Mietaufwand von 400 bis 1200 (im Schnitt etwa 700) Euro. Diesen „geldwerten Vorteil" müssen sie versteuern; er gilt als Zusatz-Einkommen.

 

Von den Bruttogehältern ist neben der Steuer nur noch ein Eigenbeitrag zur Krankenversicherung von etwa 250 EUR monatlich abzuziehen. Weitere Sozialversicherungsbeiträge fallen nicht an.

 

Bei der Krankenversicherung, der Kfz-Haftpflicht und anderen Versicherungsarten erhalten Pfarrer Vorzugstarife. Auch können sie bei einer kirchlichen Bank ein gebührenfreies Gehaltskonto führen.

 

Wegen des Pfarrermangels steigen katholische Kapläne in den meisten Diözesen relativ schnell in die Besoldungsstufe A14 auf - meist mit einer deutlich günstigeren Dienstaltersstufe als im öffentlichen Dienst.

 

Die Kosten der kath. Pfarrhaushälterinnen werden zu 50 bis 75 Prozent (je nach Bistum) aus Kirchensteuern bezahlt, nur den Restanteil zahlen die Pfarrer selbst, können ihn aber von der Steuer absetzen.

 

Fahrten zur Arbeitsstelle werden voll erstattet; andere Arbeitnehmer erhalten nur einen Teil über die Steuer.

 

Die Veranschlagung des monatlichen Pfarrer-Durchschnittseinkommens auf 6.000 EUR (Stand 1.3.16) ist eher noch abgerundet. Beispiel eines über 50-jährigen oder älteren Geistlichen (A 14 Endstufe)...

 

Mehr dazu auf der Webseite der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland.

 

 

(SRK)

 



 
26.11.2016

Von: SRK
 
 
<- Zurück zu: Freigeist Weimar

Das könnte auch andere interessieren? Informieren Sie Ihre Freunde:

meinVZ