fowid zum Religions-/Weltanschauungsunterricht in Berlin

WEIMAR. (fowid/fgw) Von der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft werden jeweils zum Schuljahresbeginn die statistischen Zahlen u.a. zum Religions- und Weltanschauungsunterricht in diesem Stadtstaat veröffentlicht. Einzig die Humanistische Lebenskunde konnte absolut und prozentual in diesem Schuljahr ein weiteres Plus erzielen.


Insgesamt ist der prozentuale Anteil der am Religions- oder Weltanschauungsunterricht teilnehmenden Schüler (49,8 Prozent) in diesem Schuljahr gegenüber 2017 noch etwas weiter zurück gegangen (50,4 Prozent in 2017 und 50,8 Prozent in 2016). Nach wie vor besucht etwa jeder zweite Schüler einen Religionsunterricht oder den Humanistischen Lebenskundeunterricht.

 

Mit 93,5 Prozent aller teilnehmenden Schüler sind evangelischer, katholischer Religionsunterricht und Humanistische Lebenskunde die meistbesuchten weltanschaulichen Unterrichtsfächer. Die verbleibenden reichlich 6 Prozent teilen sich die Angebote von acht weiteren Unterrichtsanbietern. (...)

 

Die Humanistische Lebenskunde ist weiterhin das Fach mit der zweithöchsten Teilnehmerzahl hinter dem evangelischen Religionsunterricht. Die Teilnahmequote konnte bei steigender Schülerzahl von 18,0 auf 18,3 Prozent ansteigen. In den öffentlichen Grundschulen ist die Quote mit 36,8 Prozent mehr als doppelt so hoch. Kein anderer Religions- und Weltanschauungsunterricht wird in den öffentlichen Grundschulen so stark besucht wie Humanistische Lebenskunde.

 

Fast jeder fünfte Schüler in Berlin besucht den Weltanschauungsunterricht des Humanistischen Verbandes Berlin-Brandenburg, das sind knapp 37 Prozent der Gesamtteilnehmer am Religions- oder Weltanschauungsunterricht der Berliner Schulen. Die Humanistische Lebenskunde verzeichnet eine erneute Zunahme von 1.689 Schüler gegenüber dem Vorjahr (2017: 63.493). (...)

 

Die Teilnehmerzahlen am Lebenskundeunterricht liegen bereits seit 2011 bei über 50.000 Schüler, hat 2015 die 60-Tausend-Marke erreicht und ist in diesem Jahr auf über 65.000 gestiegen. Bei den sonstigen Anbietern von Religionsunterrichten sind in diesem Jahr überall sinkende Teilnehmerzahlen sowohl absolut als auch prozentual festzustellen. Der evangelische Religionsunterricht verzeichnet einen Rückgang von 363 Teilnehmern, der katholische von 284 Teilnehmern. Auch der Unterricht der Islamischen Föderation, der in den vergangenen Jahren gewachsen war, verzeichnet im laufenden Schuljahr einen Rückgang der Teilnehmerzahlen, ebenso wie der Jüdische Religionsunterricht.

 

Die Verteilung der Teilnehmer am Religions- und Weltanschauungsunterricht ergibt in Berlin eine eindeutige (geographische) Trennungslinie zwischen hohem Anteil der Teilnehmer am evangelischen/katholischen Religionsunterricht und Teilnehmern am Humanistischen Lebenskundeunterricht.

 

Im ursprünglich westlichen Teil Berlins nehmen wesentlich mehr Schüler am Evangelischen Religionsunterricht teil als an der Humanistischen Lebenskunde. Der katholische Unterricht wird in allen Stadtbezirken eher wenig nachgefragt - West ca. 10 Prozent, Ost meist unter 1 Prozent, nur Pankow etwa 4 Prozent. In Berlin-Mitte sind alle drei Unterrichtsangebote gut besucht - evangelischer Religionsunterricht von 19 Prozent, Humanistische Lebenskunde von 14 Prozent und katholischer Religionsunterricht von 8 Prozent der Schüler...

 

Mehr dazu (mit ausführlichen Statistiken) auf der Webseite der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland.

 

 

(SFE)

 



 
04.02.2019

Von: (SFE)
 
 
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