Franz-Josef Wetz schreibt sehr viel und sagt nur wenig aus

WEIMAR. (fgw) Ein avisierter Buchtitel, der spontan neu- und begierig machte: „Exzesse. Wer tanzt, tötet nicht!“ Doch schon nach wenigen Seiten der anfangs geneigten Lektüre stellte sich beim Rezensenten Enttäuschung, ja sogar zunehmender Verdruß, ein. Denn das, was der Autor Franz-Josef Wetz - seines Zeichens Professor für Philosophie und Ethik - wortreich zu Papier gebracht hat, das ist einfach meist nur ärgerlich und hält nichts von dem, was der Buchtitel verspricht. Dafür ist dieses Buch jedoch ein beredter Beleg dafür, wie bürgerlicher Akademismus nur an der Oberfläche kratzt, aber den Kern völlig außer Betracht läßt.


In der Einleitung weist Wetz auf drei sehr interessante Fragestellungen hin: „Wie kann man ausgelassene Fröhlichkeit in einer gottlosen Welt bewahren?" (Nebenbei; soll das etwa implizieren, daß ausgelassene Fröhlichkeit allein in einer „gott-dominierten Welt" möglich sei? Das soll aber im weiteren außer Betracht bleiben.) „...warum sich Menschen immer wieder gegenseitig so viel Schreckliches antun?" - „...wieso übt ungezügeltes Benehmen eine so starke Anziehungskraft auf die Menschen aus?" (S. 7 - 9)

 

Ohne Tiefgründigkeit: Orgien der Gewalt

Zur Beantwortung dieser und anderer Fragestellungen hat Wetz sein Buch in drei Teile gegliedert. Im ersten Teil, überschrieben mit „Orgien der Gewalt" und knapp 90 Seiten lang, will er den menschlichen Gewaltexzessen nachspüren: „Was ist Gewalt? Welche Facetten der Gewalt gibt es? Wo liegen die Ursachen von Gewalt?" (S. 10)

 

Stichworte sind hier u.a. „Gewalt und Gegengewalt", „Sündenböcke", „Menschenopfer in religiösen Kulten" oder „religiöses Versagen". Zu letzterem schreibt er deutlich und zu Recht: „In der Bibel werden Opfer zumeist ohne erkennbaren Grund verfolgt und verstoßen. Völlig grundlos wird Gewalt gegen sie ausgeübt. (...) da drängt sich zwangsläufig die Frage auf, ob die Verkündung der Menschenliebe, Barmherzigkeit und Versöhnung überhaupt ihr Ziel erreichen kann? [Nebenbei gefragt: Sind das überhaupt die Ziele der christlichen Religion?; SRK] (...) Dabei darf religiös motivierte Gewalt nicht als zufällige Entgleisung verharmlost werden. Dogmatische Wahrheitsgebäude mit Missionsbefehl besitzen von vornherein ein hohes Gewaltpotential. Selbstverständlich hat das Christentum die bekannten europäischen Katastrophen vergangener Jahrhunderte mitzuverantworten. Allein der Missionsauftrag, Heiden zu bekehren, brachte unendlich viel Leid über die Menschheit." (S. 21 - 23)

 

Doch nach solch wahren Worten überkommt den Autor der blinde Antikommunismus, wenn er z.B. dieses schreibt: „Ähnlich wie einst linke Terroristen und kommunistische Diktatoren die klassenlose Gesellschaft erstreben die sunnitischen Dschihadisten... (...) In totalitären Systemen bleibt jeder nur so lange unschuldig... (...) So schreiten unter den erloschenen Augen von Hingerichteten religiöse und politische Revolutionäre über gekrümmte Rücken zur Macht auf... (...) ist es zweifelhaft, ob es ohne Religion friedlicher in der Welt zugegangen wäre und zugehen würde." (S. 22 - 23)

 

Antikommunistische, „gutmenschelnde" bürgerliche Begrenztheit dominiert auch den nachfolgenden Abschnitt „Kaltblütig und heißwütig", in dem es u.a. um Definitionen und „Facetten der Gewalt" geht. Wetz konstatiert zwar, daß Gewalt viele Gesichter habe und daß alle Kriege zu Gewalt führen würden, aber am schlimmsten ist für ihn die Gewalt von „Befreiungskriegen und Partisanenkämpfen, bei denen bewaffnete Gruppen aus dem Hinterhalt gegen feindliche Eindringlinge operieren." (S. 25)

 

Neben Richtigem und Halbrichtigem schreibt er übergangslos Falsches, wie in Folge immer wieder: „...unter der Oberfläche religiöser, weltanschaulicher und machtpolitischer Ziele pulsieren nicht selten ökonomische Kräfte. (...) Selbstverständlich sind politische Ideologien auch Ursachen grausamer Gewalt, die als unvermeidliche Begleiterscheinung sozialer Umwälzungen hingenommen wird. In der Geschichte verübten die Menschen nicht selten Gewalt aus hehren Motiven oder im Namen einer wohlmeinenden Weltanschauung. (...) Ähnlich waren und sind Religionen wichtige Ursachen von Gewalt, wie die Geschichte bis heute beweist. (...) Wie viele Menschen wurden nicht nur getötet im Rahmen der sozialistischen Weltrevolution oder für die völkische Idee, sondern auch im Namen Gottes zur Verbreitung und Rettung des rechten Glaubens." (S. 31 - 32)

 

Folgt man Wetz, dann dürften sich Unterdrückte, Kolonialisierte oder Überfallene auf keinen Fall wehren oder sich gar erheben. Nein, sie dürfen lediglich mit Kerze in der Hand demütig um etwas mehr Gnade betteln.

 

Richtig ekelhaft wird es schließlich hier: „Guerillakämpfer zeigen nur geringes Interesse an Frieden. Im Gegenteil provozieren sie immer wieder neue Eskalationen, weil sie vom Krieg leben und nichts anderes als Gewalt gelernt haben. Frieden bedeutet für sie das Ende ihres Einkommens, ihrer Macht und sozialen Stellung." (S. 74) Die eigentlichen Interessen (und die Ursachen für Guerillakämpfer) bleiben bei Wertz (mit Absicht?) ausgeblendet: Die Profitinteressen von Sklavenhaltern, Kolonialherren, Kapitalisten/Investoren, multinationalen Konzernen (Landeigentum, Rohstoffe, Absätzmärkte). Und lt. Wetz sind diese auch keinesfalls der „Wurzelgrund der Gewalt" (S. 76)

 

Ähnlich wie oben äußert er sich im Abschnitt „Der Störfall - ein Normalfall" (S. 62 ff). Statt ökonomische Ursachen für Kriege zu benennen, wird lediglich psychologisiert und moralisiert mit der Konsequenz, daß die Gewalt der Unterdrückten gegen ihre Ausbeuter und Peiniger als Verbrechen denunziert wird: „Vielen Spaniern lieferte der Bürgerkrieg eine Legitimation für ihre Gewalttaten, die sie intensiv genossen." (S. 64).

 

Und schließlich wird auch noch alles in einen Topf geworfen und vermengt: „Religiöse Fanatiker, politische Demonstranten und junge Sportfans haben öfter mal Lust auf Zoff." (S. 64) Vielmehr gelte: „daß soziales Milieu und Politik menschliche Gewalt nicht allein zu verantworten haben." Diese seien lediglich Handlanger, denn „die Ursache von Gewalt liegt in der menschlichen Natur..." (S. 79)

 

Lesenswerter sind dagegen Wetzens Ausführungen über die „christliche Justiz" von den Anfängen bis heute und die Beispiele von Lustmördern, wie Gilles de Rais.

 

Idealisierungen vs. kapitalistischer Realitäten

Im kurzen zweiten Teil, „Aufstand gegen Anstand" geht es um die „geläufigen Vorkehrungen gegen Gewalt", beginnend mit einer Idealisierung: „Nach allem Dargelegten ist nichts erstaunlicher als das friedliche Zusammenleben der Menschen, wie es seit Jahrzehnten in Westeuropa der Fall ist." (S. 95) Wetz scheint hier noch nichts von der zunehmenden Gewaltkriminalität und der Organisierten Kriminalität mitbekommen zu haben. Ebenso wenig von den Kriegen der westeuropäischen Staaten gegen ihre aufbegehrenden Kolonien und erst recht nicht von den „Menschenrechtskriegen" der NATO auf dem Balkan, im Vorderen Orient oder in Afrika...

 

Eine Kostprobe für derartige realitätswidrige Idealisierung: „Erst recht bewirkt Wohlstand gesellschaftlichen Frieden. Demokratisch regierte, marktwirtschaftlich blühende und wissenschaftlich ausgerichtete Staaten führen keine Kriege gegeneinander (was allerdings deren Beteiligung an Kriegen an der Peripherie und in anderen Weltregionen zur Durchsetzung eigener, humanitärer und internationaler Interessen nicht ausschließt). (...) Dazu ist Krieg in einer Demokratie deshalb unwahrscheinlich, weil die Bürger hohe Kosten und große Nöte freiwillig auf sich nehmen müßten, die sie aber scheuen." Das gipfelt in dem Satz: „Wer shoppt, schießt nicht!" (S. 97 - 98) - Wer beschließt eigentlich über die Rüstungsausgaben in diesen Staaten? Und warum steigen diese immer weiter ins Unermeßliche (USA und weitere NATO-Staaten)?

 

Nein, das ist angesichts der realen Lebens in den USA oder Bundesdeutschland derart borniert oder sonstwas, so daß der Rezensent sich hierzu wohl jeden Kommentar ersparen möchte.

 

Desweiteren geht Wetz auf „Gewaltoffene Räume" in den Medien etc. ein. Hier gerate die „Humanität in Bedrängnis", dennoch solle man den Humanismus nicht als „lächerliche Illusion" abtun, denn: „Wir sollten aufhören, die rohen Lockungen des Körpers als Abweichung zu definieren. Es ist nahezu aussichtslos, den Einzelnen hiervon zu befreien. Aus diesem Grunde empfiehlt sich ein dritter Weg, das dunkle Begehren sozialverträglich auszuleben." (S. 110)

 

Diesen dritten Weg deutet er im Abschnitt „Lust macht lustig" an und meint, daß „brodelnde Dampfkessel Ventile bräuchten". Womit er durchaus recht hat und nun wieder realitätsbezogen meint:

 

„Sicherlich ist es besser, Liebe und Frieden zu predigen, als Haß und Gewalt zu säen. Dennoch müssen selbst die friedfertigen [???; SRK] Religionen ihr Teil Verantwortung für die Gewalt auf der Erde übernehmen. Es genügt nicht, durch Friedensappelle das Gegenteil einer Chance zu Grausamkeit sein zu wollen. (...) Die ausdrückliche Verurteilung gefährlicher Leidenschaften als Laster, Sünde oder Blasphemie leistet der Gewalt sogar Vorschub." (S. 113 ff.)

 

Aber auch hier bleiben bei ihm (ökonomische) Interessen aus dem Spiel... Und außer Acht bleibt auch, daß Religionen Herrschaftsinstrumente sind, damit die da unten nicht gegen die da oben aufbegehren. Was insbesondere auf das Christentum zutrifft. Dazu gehört, daß freie Sexualität selbstbestimmter Menschen die Macht der Priesterkaste über diese bedroht!

 

Keine befriedigenden Lösungsvorschläge

Zum dritten Teil, „Fröhliche Wildnis", schreibt der Autor in seinem Vorwort selbst, daß es hierin um die Frage gehe, „wie sich unsere gewaltbezogenen Bedürfnisse so verwalten lassen, daß sie weder uns noch unseren Mitmenschen oder der Gesellschaft zum Schaden gereichen. Zur Verringerung sozialunverträglicher, grausamer Gewaltorgien sind rauschartige Lustexzesse unverzichtbar, bei denen die Menschen ihren Dampf ablassen können. Wer feiert, feuert nicht! Wer tanzt, tötet nicht! (...) In aufwühlenden Reizbefriedigungen, rauschender Erotik und maßlosen Exzessen zelebriert sich das Leben selbst. Solche ekstatischen Erhitzungen intensivieren und bereichern das Dasein." (S. 10 - 11)

 

Da kann und muß man aber hinzufügen: „Wer feiert, feuert nicht! Wer tanzt, tötet nicht!" sind zwar schöne Worte, sie gelten aber eben nur für den Moment! Und nicht generell!

 

Hinzukommt, daß Wetz eigentlich stets nur die herrschenden Klassen im Blick hat, die ausgebeuteten, arbeitenden Klassen aber mehr oder weniger übersieht, wenn er, wenn's konkret wird, vereinfachend lediglich von Menschen schreibt. So wie hier:

 

„Vor allem in Zeiten der Pest herrschte eine ausgeprägte Tanzlust als Zeichen für Zügellosigkeit, Sittenverfall und Sündhaftigkeit. Da die Tage der Todgeweihten gezählt, ja sie alle angezählt waren, konnten sie endlich ihre Anstandsmasken abwerfen, um sich ausschweifenden Lustexzessen hinzugeben." (S. 118)

 

Frei nach Brecht wäre zu fragen: Und was ist mit den hungerleidenden leibeigenen Bauern, ebenso armseligem städtischen Gesinde und gar den Bettlern jener Tage? Konnten und durfte sie ebenfalls ausschweifende Exzesse feiern?

 

Wetz unternimmt anschließend eine Reise durch die Zeiten; schreibt über mystische Experimente, den Zusammenhang von Religionen und Rauschmitteln (Drogen), wobei er leider einer bornierten Weltsicht verhaftet bleibt: Arbeitet er doch lediglich mit dem christlichen Gottesbegriff („Alle Religionen bedienen sich erotischer Bilder zur Beschreibung ihrer intimen Erlebnisse mit Gott." S. 128)

 

Breiten Raum widmet er dem „Theater der Grausamkeit", aber auch den „Rituale(n) der guten Laune" oder den „Feiertage(n)" und schließlich den „Übergangsriten". Gleich eingangs zu diesen Abschnitten schreibt er: „Humanismus und Aufklärung genügen den Menschen nicht. Es gibt eine Sehnsucht nach Ritualen irrationaler Selbstverausgabung, die entweder sozialunverträglich oder sozialverträglich ausgelebt werden. Im modernen Aktionstheater leben alle Opferrituale wieder auf." (S. 139 ff). - Da wird doch allerlei Wissenswertes kundgetan, aber auch einiges eher Hanebüchene. Dennoch soll hierauf nicht weiter eingegangen werden.

 

Bald schon leitet Wetz über zu „Tabus, Kicks und Thrills", einschließlich Stierkämpfen und Fußball. Doch was muß man da lesen? „Darum sind Sportkämpfe sozialverträgliche Alternativen zu Orgien grausamer Gewalt." (S. 177) Von Hooligans und massenhaften extrem gewalttätigen Ausschreitungen nach den Wettkämpfen - und mitunter schon während dieser - scheint er noch nie etwas gehört haben... Etliche Fragen werfen ebenfalls die Abschnitte über „Musik als Laster" sowie „Drogen, Sex und Clubbing" auf. Auch hier schreibt er so, als wenn sich alle Menschen solche meist sehr kostenträchtigen Eskapaden leisten könnten. Prekarisierte, genauer die sozio-ökonomischen Verhältnisse, kommen im Blickfeld des wohlbestallten Professors wieder einmal nicht vor.

 

Angesichts des von Wetz gezogenen Fazits bleibt dem Rezensenten daher, kaum verwunderlich, glatt die Spucke weg: „Dazu hält die drogeniduzierte Selbstverausgabung beim Clubbing die Beteiligten vor blutigem Fanatismus und brutalen Gewaltorgien fern, indem sie die hierfür notwendigen Lebensimpulse durch intensives Feiern exzessiv verbrauchen." (S. 203)

 

Richtiges, Halbrichtiges und Falsches kommt erneut in den Abschnitten „Abenteuer Liebesspiel" und „Extreme Begierden" zum Tragen. Ja, es stimmt voll und ganz: „Guter Sex geht über die Natur hinaus. Er überschreitet nicht nur bürgerliche Konventionen, sondern auch biologische Vorgaben. (...) Kreativer Sex ist Entdeckung und Erfindung zugleich. Die menschliche Anfälligkeit für brutale Gewalt wird hierdurch drastisch gesenkt." (S. 204 - 205)

 

Dagegen ist Wetzens Resümee illusorisch und vor allem absurd, sehr weltfremd: „Würden Gotteskrieger, von blindem Fanatismus getrieben, und gewaltbereite Radikale jeglicher Couleur mehr Gelegenheit zu experimentierfreudigem, hemmungslosen Sex haben, würde ihr blutrünstiges Feuer möglicherweise bald von selbst erlöschen." (S. 211)

 

Als eine Methode zur Zügelung von Gewalt in zwischenmenschlichen Beziehungen empfiehlt Wetz, gar nicht falsch: „Die sozial verantwortbare Variante dieses krassen Begehrens ist der Sado-Masochismus, der all jenen ans Herz gelegt wird, deren wilder Drang das durchschnittliche Maß überschreitet." (S. 214)

 

Doch was der Herr Professor dann zum Thema BDSM, incl. Sado-Masochismus, von sich gibt, das ist nur als hölzern zu bezeichnen. Und darauf soll deshalb auch nicht weiter eingegangen werden. Nicht zuletzt, weil von ihm übersehen wird, daß es auch in diesem Lebens- und Liebesbereich immer solche und so'ne gibt.

 

Zuzustimmen ist ihm aber dennoch, wenn er zu Papier bringt: „Statt BDSM moralisch zu verurteilen, sollte die Möglichkeit hierzu vielmehr begrüßt werden, bietet sie doch Menschen mit speziellen Neigungen eine Gelegenheit, diese sozial verantwortbar auszuleben, und hält sie davon ab, grausame Wege auf anderen Pfaden zu beschreiten." (S. 225)

 

Nach der Lektüre bleibt vor allem Leere zurück, denn Wetz bietet nur Scheinauswege aus dem Elend des Daseins an, die Beseitigung des Elends an sich und als Voraussetzung kommt bei ihm nicht vor. Das würde ja u.a. nach Kapitalismus-Kritik (und genereller Religionskritik) verlangen. Und er vergißt auch, daß „Brot und Spiele" immer systemstabilisierend wirken (Wer sich „events" etc. hingibt, der gibt sich letztlich mit den Verhältnissen zufrieden). Nicht nur im Alten Rom war das so. Und außerdem sind sie ein überaus profitables Geschäftsmodell oder werden es früher oder später.

 

Nicht zuletzt ist „Gewalt" bei Wetz zu akademisch-abstrakt. In seinen Ausführungen versteckt er sich überbordernd hinter Autoritäten, anstatt sich klar selbst zu äußern. Der Rezensent greift an dieser Stelle ausnahmsweise und bewußt diesen Stil auf, wenn er den französischen Schauspieler Yves Montand zitiert: „Pazifisten sind wie Schafe, die glauben, der Wolf sei Vegetarier."

 

Und genau das trifft auch auf „weltfremde" Gewaltkritiker zu, die allein moralisierend und psychologisierend ihr Thema „abhandeln" und die insbesondere die Unterklassen ermahnen: „Keine Gewalt!" - Aber stellt nicht sogar die Gewalt friedlicher Demonstration eine Gewaltform dar? Auch wenn sie ohne körperliche Gewalt im engeren Sinne auskommt.

 

 

Siegfried R. Krebs

 

 

Franz-Josef Wetz: Exzesse. Wer tanzt, tötet nicht. 264 S. Klappenbroschur. Alibri-Verlag. Aschaffenburg 2016. 18,- Euro. ISBN 978-3-86569-197-2

 



 
11.12.2016

Von: Siegfried R. Krebs
 
 
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