„Herzband“ - ausgewählte Liebeslyrik von Günther Butkus

WEIMAR. (fgw) Daß der kleine, aber feine Bielefelder Pendragon-Verlag seit mehr als 30 Jahren richtig gute Bücher ediert, liegt wohl nicht zuletzt in der Person des Verlegers begründet. Denn Günther Butkus ist eben nicht wie heutzutage und hierzulande üblich ein BWLer oder Jurist, sondern selbst Literat.


Dennoch hält er sich in seinem eigenen Verlag vornehm zurück und publiziert nur sehr sparsam eigene Bücher. „Herzband" ist erst seine dritte Anthologie. Dieser „Herzband" ist ihm aber bestimmt nicht nur eine Herz(ens)angelegenheit, so die Einschätzung des Rezensenten. Nein, mit diesem Band hat er gleichermaßen eine (heuer sehr rare) bibliophile Kostbarkeit vorgelegt: Handliches Format und edel in Leinen gebunden. Dazu ein helfendes Lesebändchen, sodaß man sich die einzelnen Gedichte durchaus auch wie tägliche Kalendersprüche vor Augen führen kann.

 

Der Rezensent ist kein (germanistischer) Lyrik-Experte, daher ist auch für ihn das einführende Vorwort von Alexander Häusser - wie für den ganz normalen Leser oder die ganz normale Leserin - eine wegweisende, aufklärende Führung durch Günther Butkus' Gedichtsammlung.

 

Der Rezensent ist kein (germanistischer) Lyrik-Experte, daher ist auch für ihn das einführende Vorwort von Alexander Häusser - wie für den ganz normalen Leser oder die ganz normale Leserin - eine wegweisende, aufklärende Führung durch Günther Butkus' Gedichtsammlung.

 

Und, das muß ganz ehrlich gesagt werden dürfen: Wenn man dieses Vorwort gelesen hat, dann ist dem darin Gesagten eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Denn Häussers Bemerkungen zu Autor und Gedichten stellt selbst schon die beste Besprechung dar, die man sich denken kann. Was kann man danach selbst noch sagen oder anmerken, um sich nicht eines Plagiats verdächtig zu machen?

 

Dennoch sollte ein Versuch gestattet sein: Bei den aus rund eintausend Gedichten ausgewählten Texten handelt es sich zumeist um Drei- bis Sechszeiler. Diese widerspiegeln das ganze Spektrum menschlicher Gefühle, Empfindungen, Freuden, Hoffnungen, Zweifel, Bängnisse, Ängste, die mit dem großen Thema Liebe verbunden sind. Der Mensch unseres Kulturkreises verbindet mit dem Begriff Liebe stets das menschliche Organ Herz. Daher hat Butkus einem jeden seiner Gedichte einen Titel gegeben, in dem das Wort „Herz" eine Verbindung mit einem anderen Wort eingeht.

 

Und genau das ist es, was den Rezensenten so fasziniert an dieser Anthologie: Daß Günther Butkus es verstanden hat, mit seinen Gedichten nicht nur das Thema Liebe in allen möglichen Fascetten poetisch „auszuleuchten", sondern daß er zugleich dem Leser den unermeßlichen schöpfereischen Reichtum der deutschen Sprache vor Augen führt. Knappe eigene Texte - durchaus dem SMS- und Twitter-Zeitalter gemäß, die aber im Gegensatz zu dem dort üblichen Gestammel feinsinnig und ausdrucksstark sind.

 

Es gibt durchaus viele bekannte zusammengesetzte Worte mit „Herz" am Anfang, aber Günther Butkus hat hier etliche weitere kreiert. Allein diese sich auf der Zunge zergehen zu lassen, bereitet intellektuelles Vergnügen.

 

Eine weitere Bemerkung sei noch gestattet: Dieser „Herzband" ist bestens geeignet, der Liebsten (oder dem Liebsten) zu Partnerschaftsjubliläen als Geschenk überreicht zu werden.

 

 

Siegfried R. Krebs

 

 

Günther Butkus: Herzband. 366 Gedichte über Liebe und Verlust. 392 S. Geb.m.Lesebändchen. Pendragon-Verlag. Bielefeld 2019. 20,00 Euro. ISBN 978-3-86532-647-8

 



 
09.06.2019

Von: Siegfried R. Krebs
 
 
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