Humanistischer Essay zum Sonntag: Die sieben Todsünden

WEIMAR. (fgw) Mit der Überschrift oder mit den sieben Todsünden kann eine Jede, kann ein Jeder etwas angefangen… schon mal gehört, vielleicht auch schon einmal etwas drüber gelesen, einen Film gesehen oder wenigstens eine davon begangen? Kann sein, muss es aber nicht. Aber nun mal genauer hingeschaut, nachgefragt…


Michael Oertel (Foto: privat)

Was eigentlich ist das Gegenteil von Sünde? Da weiß keiner so recht eine Antwort. Gottes Gebote halt. Ist Sünde ausschließlich etwas Religiöses? Gerecht-Sein. Ungerecht-Sein ist wohl Sünde, aber... Moralische Verantwortung. Könnte sein, oder? Sünde ist Unfreiheit. Ist also Freiheit das Gegenteil von Sünde? Gehorsamkeit wird noch ins Feld geführt. Aber, wenn ich jemandem gehorsam bin, der mich auffordert eine Sünde zu begehen? Das Gegenteil von Sünde - ein schwieriges Thema.

 

Sünde - so meine ich doch - wird aus der christlichen Sicht nicht als ein bestimmtes Handeln, sondern eher als ein Zustand angesehen. Sünde könnte übersetzt werden mit „abgesondert" und zwar von Gott. Im Besonderen trifft das zu, wenn die Zehn Gebote missachtet werden. Irgendwie hat irgendwann ein Jemand sieben Charaktereigenschaften für das sündige Verhalten ausgemacht und beschrieben. Seither gelten diese als „Die sieben Todsünden", wenngleich manche von denen „nur" Laster sind und zu Sünden führen können.

 

Superbia, Avaritia, Luxuria, Ira, Gula, Invidia und Acedia! Hochmut, Geiz, Wollust, Zorn, Völlerei, Neid und Faulheit. Zu eben diesen Eigenschaften das positive Pendant zu finden, dass sollte nicht so schwerfallen. Oder doch?

 

Michael Oertel

 



 
05.02.2017

Von: Michael Oertel
 
 
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