„Irrglaube“ – Eine Kriminalgeschichte des Christentums

WEIMAR. (fgw) Für den Rezensenten ist Willi Kellers erster Roman „Irrglaube“ ohne Wenn und Aber DER Krimi des Jahres. Keller ist eigentlich Journalist, konkret Nachrichtenredakteur. Menschen dieser Profession sind üblicherweise sehr sachlich und nüchtern schreibende Menschen. Um jedoch eine Fiktion, also z.B. einen Roman, verfassen zu können, bedarf es nicht nur der Fabulierkunst. Nötig sind vor allem Phantasiebegabung und das Vermögen, diese Phantasien vor dem Hintergrund realer Verhältnisse und möglicher Begebenheiten glaubhaft „rüber zu bringen“.


Und genau das ist Willi Keller mit diesem außergewöhnlichen und bis zuletzt höchstspannenden Krimi gelungen. Oder anders gesagt: Das Buch ist ein zwar fiktiver, dafür aber durchaus realistischer Beitrag zur künstlerischen Verdeutlichung der „Kriminalgeschichte des Christentums" (Karlheinz Deschner). Denn, so der durchaus logische Schluß nach der Lektüre dieser belletrististischen Auseinandersetzung mit diesem Thema: Nicht der (christliche) Fundamentalismus ist ein Irrglaube, sondern das Christentum selbst ist ein Irrglaube, wie jeder Glaube. Ist DER Irrglaube, der sich aus bibeltreuem Gottes- und Jesus-Wahn speist.

 

Oder anders: Diese Feststellung ergibt sich mehr oder weniger von selbst, wenn man sich Willi Kellers formidablen Schwarzwaldkrimi „Irrglaube" von A bis Z zu Gemüte geführt hat. Möglicherweise hat er gerade deshalb seine Kapitel nicht numeriert, sondern mit den Buchstaben von A bis Z überschrieben.

 

Bezeichnend nicht nur für diese Kriminalgeschichte des Christentums ist ein Bibel-Zitat, das zwar erst auf S. 130 steht, aber dennoch in aller Deutlichkeit alles zur christlichen Kirche und zum fiktiven Kriminalfall sagt:

 

„‘Doch jene meine Feinde, die nicht wollen, daß ich über sie herrschen sollte, bringet her und erwürget sie vor mir.‘" (Lk 19,27). - So viel zur vorgeblichen Nächsten- und sogar Feindesliebe dieser Religion. Soviel auch zum Christentum einer Bischöfin Margot Kässmann, dem weichgespülten Erbauungs- und Kuschelglauben für schlichte Gemüter des 21. Jahrhunderts...

 

Nun aber - in aller Kürze nur - zur Geschichte, dem Kriminalfall an sich in Kellers Schwarzwaldkrimi:

 

Im Kapitel A wird zunächst „er" vorgestellt. „Er" ist „der Meister"; erst später erfährt man, daß dieser „er" auf den Namen Nathan getauft worden ist, sich aber irgendwann eine neue Identität als Lukas Kambacher zugelegt hatte. Dieses Kapitel gibt zugleich einen ersten präzise gezeichneten Einblick in die Denkweise eines christlichen Eiferers, der sich in einer göttlichen Mission wähnt und deshalb zwölf ausgesuchte „Jünger" um sich versammelt hat. Deutlicher wird dies noch in den Kapiteln D und G. Geistig lebt „er" in biblisch-archaischen Zeiten, speziell geprägt von der sogenannten Offenbarung des Johannes, materiell-technisch aber im Hier und Heute. So nutzt er für seine Mission und seine Botschaften Internet und Darknet.

 

Zur „Mission" des selbsternannten Propheten und Meisters sowie der Verwirklichung heißt es u.a.:

 

„Sie mußten auch Taten sprechen lassen. Aber welche Taten? Und wie? Und gegen wen? Gegen Ungläubige! Wer waren die Ungläubigen? Und wie konnte man sie am besten treffen? Zu den Ungläubigen zählten: die Atheisten, die Anhänger anderer Religionen, Hedonisten, Modernisten, überhaupt die libertäre Gesellschaft. (...) Die Jünger konnten nachlesen, daß Waffen bei der Verteidigung und Verbreitung der Worte Gottes von Anfang an eine große Rolle gespielt hatten. (...) Er verdeutlichte ihnen in jeder Diskussion, daß aus der Bibel Gott sprach. Und wenn von der Anwendung von Waffen die Rede sei, so sei das im Sinne Gottes." (S. 50 - 53)

 

„Sie befanden sich im Krieg mit der Gesellschaft. Sie zogen in einen heiligen Krieg gegen den Verfall der Werte. Und Krieg erlaubte das Töten. Und sie hatten das recht, Opfer darzubringen. Die Frage nach der Schuld und der Unschuld ihres Handelns stellte sich in dieser Phase ihres Kampfes nicht."

‚Möchtest du, o Gott, den Gottlosen töten!‘

Die bürgerliche Gesellschaft beruhte nicht auf dem Wort Gottes. Sie billigte Gottlosigkeit. Die Gesetze der bürgerlichen Gesellschaft waren nicht ihre Gesetze. Nach außen hin achteten sie die Gebote und Vorschriften. Denn sie wollten nicht auffallen. Sie mußten sich gedulden und schwammen deshalb im großen Strom mit. Wie die Jünger Jesu warfen sie ihre Netze aus, allerdings heimlich. Und wie die Fischer achteten sie auf die Netze." (S. 81)

 

In Kapitel C wird ein weiterer „er" eingeführt, dessen Identität für den Leser lange ungewiß bleibt. Dieser „er" strebt danach, als 13. Jünger in des Meisters Kreis aufgenommen zu werden. Erst sehr viel später ist zu erfahren, daß es sich hierbei um den Kriminalkommissar Rackert handelt.

 

Und es gibt noch einen dritten „er". Über ihn wird in Kapitel N mitgeteilt, daß dieser der erste Jünger ist. Seine Identität bleibt aber bis zum Schluß unbekannt.

 

Die Kripo kommt erst in Kapitel E zum Einsatz: Ein Anruf alarmiert Hauptkommissar Alban Berger und seinen Kollegen Kommissar Rackert vom Kriminaldauerdienst, darüber, daß im Offenburger Naherholungsgebiet Gifizsee (dieser heißt tatsächlich so) eine nackte Frauenleiche schwimme. Doch es ist nur eine sehr teure Sexpuppe, versehen mit einem Pentagramm sowie rätselhaften Buchstaben und Zahlen. Das Ganze wird zunächst als grober Unfug zu den Akten gelegt. 14 Tage später wiederholt sich ein solcher Fund, später gibt es eine dritte falsche Frauenleiche. Rackert deutet seinem Vorgesetzten nebulös etwas an, was dieser aber nicht zur Kenntnis nimmt.

 

Schließlich wird im See noch eine vierte Leiche gefunden. Dieses Mal ist es aber ein nackter Mann. Georg Rackert! Nun werden Berger und Rackerts Ersatz, die Kommissarin Tammy Bieger, wirklich aktiv, geht es doch jetzt um Polizistenmord. Doch es tun sich Zweifel auf. Findet die Spurensicherung doch in Rackerts Wohnung mehrere solche Sexpuppen, wie die im Gifizsee. Ist Rackert nun Opfer oder gar Täter? Diese bange Frage steht zunächst sehr im Raum, bis sich die Kriminalisten klar werden, daß Rackert voll auf eigene Faust und Gefahr im Milieu recherchiert hat und in eine obskure Gruppe eindringen wollte. Allerdings wurde er enttarnt und von dieser Gruppe ermordet. Was der Leser zu wissen bekommt: Bevor die Gruppe seine Wohnung „aufräumen" konnte, gelang es Rackert, alle ermittelten relevanten Daten an einen vertrauten Freund und Kollegen zu senden. Doch dieser weilt im Auslandsurlaub. Und als dieser Kollege später dann diese Daten findet, sind diese derart gut verschlüsselt, daß die Kriminalisten ihre Ermittlungen zu lange ohne Hintergrundwissen und konkrete Indizien führen müssen.

 

Wegen der Pentagramme vermutet man zunächst, daß Satanisten in Offenburg am Werke seien. Alle Ermittlungen werden in diese Richtung gelenkt. Nur Berger denkt tiefer nach und auch weiter, beginnt Rackerts Andeutungen nachzuvollziehen. Er teilt sich aber nur Tammy mit, weil eben diese Spur nicht in das Denken der höheren Obrigkeit paßt.

 

Als die Polizei schließlich doch der Gruppe um den Meister nahe kommt, werden dabei zwei Streifenpolizisten brutal ermordet. Nun kocht die Volksseele hoch, angestachelt durch die (a-)sozialen Medien und eine ganz bestimmte Gattung der Printmedien. (Journalist Keller geht diesbezüglich mit seiner Branche deutlich und hart ins Gericht.) Und wie hier der Staat reagiert, vor allem, daß und wie sich die staatstragenden Kirchen hier - wie bei allen Ereignissen jeglicher Art - ins Spiel bringt: Auch das ist typisch für Deutschland im 21. Jahrhundert - und von Keller prägnant beschrieben:

 

„Seit dem Tod des Polizisten war die Stimmung schlecht. (...) Die katholische und die evangelische Kirche verständigten sich am Nachmittag auf einen Mahn- und Gedenkgottesdienst. Er wurde auf den Abend in der Stadtkirche festgelegt. (...) In den vorderen Reihen saßen die Verwaltungsspitze und die Gemeinderäte. (...) Die Dekane beider Kirchen segneten die Besucher und symbolisch auch die ‚Fehlgeleiteten‘. Sie riefen sie auf, den irrigen Weg zu verlassen. Die Bibel sei ein Buch des Friedens. Wer sie anders auslege, versündige sich an Gott. (...) Die Bibelzitate, die diese Gruppe, von der man wenig wisse, benutze, seien zugegebenermaßen brutal. Aber nur wenn man sie aus dem Zusammenhang reiße. Sie müßten aus ihrer Zeit gesehen werden. Wenn man sie mit den richtigen Augen lese, werde man spüren, daß sie ganz anders zu verstehen seien. (...) Der Gott der Bibel sei strafender und gewalttätiger Gott. Er sei ein Gott der Liebe und der Hoffnung. Die Dekane riefen zum Gebet für die Opfer auf..." (S. 248-249)

 

Berger darf nun aber endlich seine These vom christlich-fundamentalistischen Terrorismus in der SoKo vortragen, doch er erntet dabei auch diese typisch bundesdeutschen christlich-abendländischen Reaktionen:

 

„...Oberstaatsanwalt Taglehner hat ein Problem mit christlichem Terrorismus. (...) Er sagt, das gibt es doch gar nicht in Deutschland. (...) Der Oberstaatsanwalt trieb die Ermittlungen unnötigerweise in die falsche Richtung, nur weil die Erkenntnisse, die sie aus dem Fall gewonnen hatten, nicht seinem Weltbild entsprachen." (S. 157)

 

„Beim Thema ‚christlicher Terrorismus‘ hob der Minister die Hand. Das paßte nicht in sein Weltbild. Ob sich die Ermittler sicher seien? Von christlichem Terrorismus könne man doch in Deutschland nicht reden.

Kripochef Winker warf ein, christlichen Terrorismus kenne man seit ewigen Zeiten. Man denke nur an die Kreuzzüge und an die Missionierung der Welt. Hajo Winkler konnte manchmal bösartig sein, vor allem gegen Politiker." (S. 268)

 

„Daß die Ermittlungen nicht richtig vorankamen, belastete Berger schwer. Für ihn stand fest, daß Rackert in ein fundamentalistischen Milieu eingetaucht war. Darauf deuteten die Bibelsprüche hin. Das letzte grausame Bibelzitat stammte aus dem Matthäus-Evangelium. Wie viele Evangelien gab es eigentlich? Er war zwar katholisch getauft und zahlte fleißig Kirchensteuer. Aber er zählte zur Masse der ignoranten und ungläubigen Christen, die stetig wuchs. Solche Mitglieder wurden in Parteien ‚Karteileichen‘ genannt. Er selbst bezeichnete sich als tote Seele. In unregelmäßigen Abständen reifte in ihm der Entschluß, aus der Kirche auszutreten. Warum er diesen Schritt nicht vollzog, konnte er sich nicht erklären. (...)

Er hatte sich bisher nicht vorstellen können, daß es im Alten und Neuen Testament nur so wimmelte von brutalen Sprüchen. War das Christentum, war die Bibel ähnlich geprägt wie der Islam, wie der Koran, dem man viele sprachliche und andere Grausamkeiten unterstellte? Die gleichen Wurzeln hatten die beiden Religionen ja." (S. 176-177)

 

Im Laufe der Zeit kommt es zu etlichen weiteren Straftaten, so einem Bombenanschlag auf ein Sexkino...

 

Als die Polizei endlich doch den „Meister" und sein Domizil aufspüren kann, da wird sie seiner dennoch nicht habhaftig. Denn dessen Auto explodiert auf der Flucht und stürzt in den Gifizsee. Und rundherum geschieht weiteres Schreckliches...

 

Dieser Kriminalroman endet anders als die üblichen „von der Stange": Es gibt kein „happy end", hat doch schon vor einiger Zeit der erste Jünger das Szepter an sich gerissen und alle anderen Jünger für seine eigene Mission gewinnen können. Aber das liegt außerhalb des Horizontes der Polizei. Für sie sind die Straftaten rund um den Gifizsee aufgeklärt. Nur Berger ist bei diesem Abschlußbericht nicht ganz wohl.

 

Willi Keller hat seine Kriminalgeschichte - einschließlich aller Akteure - exzellent und wirklich glaubhaft „durchkomponiert" und zugleich die einzelnen Handlungsstränge gut miteinander verwoben. Immer wieder bleiben Fragen offen, erweisen sich Vermutungen als falsch. Und genau das hält die Spannung aufrecht, steigert sie sogar ohne Brüche.

 

Vor allem aber und dies sei nochmals hervorgehoben: Keller bietet dem Leser kein wohlfeiles Finale an, kein „happy end", und das ist sehr löblich und vor allem dem realen Leben, nicht nur dem kirchlichen, hier und heute geschuldet: So heißt es in Kapitel Y über den dritten „er":

 

„Er hatte alles aus sicherer Entfernung beobachtet. Oft hatte er sich in der Umgebung Nathans aufgehalten, ohne daß dieser etwas mitbekommen hatte. (...) Nathan hatte seine Himmelfahrt hinter sich. (...) Nathan verstand die neue Welt nicht, obwohl er sich ihrer Mittel bediente, soweit er sie technisch beherrschte. (...)

Es hatte ihm fast zu spät gedämmert, daß sie den Irrweg verlassen mußte, den Nathan eingeschlagen hatte. Lange hatte gebraucht, um einen Keil zwischen Nathan und die Jünger zu treiben. (...) Der Ansatzpunkt für eine Trennung war der Terrorismus. Die Jünger sahen sich nicht als Terroristen. Diese Stigmatisierung verletzte sie zutiefst, wie er in langen Gesprächen erfuhr. (...) Einer nach dem anderen hatte die Seite gewechselt. Als er alle überzeugt hatte, hatte er seinen Plan präsentiert. (...) ...sie mußten nicht mehr töten. Sie mußten nur noch alles im Altarraum und im Arbeitszimmer des Meisters präparieren und verknüpfen. Sie mußten nur noch seinen Wagen vorbereiten. Sie mußten sich nur noch von ihrem Meister trennen.

Sie hatten Spenden gesammelt von Gleichgesinnten und eigenes Vermögen eingebracht in eine Stiftung, von der Nathan nichts wußte. (...) In der neuen Gemeinschaft, die er unbemerkt gebildet hatte, waren exzellente Verwalter und Bankiers und Computerspezialisten. (...)

Psalm 144,1-2 wurde zu ihrer Leitlinie. Die neue Zeit hatte schon begonnen, die Zeit der wiederauferstandenen Templer. (...)

Was hatte die Templer aber so stark gemacht, so unabhängig? Es war ihr ausgeklügeltes Finanzsystem, ihre Wirtschaftsmacht. (...) Grundlage ihrer Macht waren Stiftungen, die vom Heiligen Stuhl und von Adeligen beschenkt wurden. Die Templer wurden zu Selbstversorgern und zu Investoren. Und sie verwahrten fremdes Geld in ihren uneinnehmbaren Burgen. So stieg der Orden zu einer Großbank auf. (...) Die Templer waren Vorreiter auf dem Gebiet des Finanzwesens und wurden mächtiger als viele Könige und Fürsten. (...)

So etwas schwebte auch ihm vor. Ein mächtiges Finanzsystem, auf dessen Basis man das Wort Gottes verbreiten konnte. Und gleichzeitig wollte er die libertäre Gesellschaft mit ihren eigenen digitalen Waffen schlagen." (S. 332-336)

 

Und daß es tatsächlich kein Finale gibt, das wird in Kapitel Z noch unterstrichen. Denn Alban Berger stellt sich nach dem Tod Kambachers die entscheidenden Fragen: „Und wer war der geheimnisvolle erste Jünger? Übernahm er nun die Rolle des Meisters? (...) Es konnte also sein, daß die Gruppe den Meister geopfert hatte, um einen neuen Weg zu gehen." (S. 338-339)

 

Willi Keller bietet dem Leser jedoch eine folgerichtige Antwort an, auch wenn, wie oben schon gesagt, die Identität des ersten Jüngers, des neuen Meisters, bis zur letzten Zeile nicht aufgedeckt wird. So wie ja auch zu vieles in der Welt des WWW anonym stattfindet:

 

„Niemand konnte den Bibelvirus aufhalten. In unregelmäßigen Abständen befiel er private PC und Firmencomputer. (...)

Ebenso unregelmäßig griffen Erpresser Firmen an. Sie verlangten Geld, zahlbar in Bitcoin. Wer nicht zahlte, kam nicht mehr an seine Daten. Die Firmen, die der Aufforderung folgten, hatten Glück. (...)

Die Experten vermuteten zunächst, es handle sich um Hacker aus Rußland oder Nordkorea. Anhaltspunkte, die diese Vermutung bestätigten, fanden sie nicht. (...) Und immer, wenn die Experten nah dran waren, änderte die Gruppe ihre Strategie. Sie war den Krimnalisten und Technikern immer mindestens einen Schritt voraus. Wohin das Geld floß, wußte niemand. Wen machte es reich?

Er war zufrieden. Die ersten Transaktionen liefen gut. Bald würde die Stiftung wachsen. Sein Traum wurde Wirklichkeit. Sie würden viele Burgen bauen. Als moderne Interpreten der Templer würden sie einen Konzern bilden und ihre Botschaften verbreiten. Niemand würde sie aufhalten können. Niemand würde ihnen eine Falle stellen können. Sie hatten aus den Fehlern der vergangenheit gelernt." (S. 343-344)

 

Ja, und darum ging und geht es dem Christentum, seit es Kirche geworden ist, bis heute: Der Glaube, so irrwitzig er auch ist, als geniales Herrschaftsinstrument über Mensch, Gesellschaft und Staat. Wobei die Kirche in diesem Sinne ihre organisierte Priesterkaste ist. Dieser geht es nur um Macht und um eigenen immensen Reichtum. Dabei haben sich im Laufe der Zeiten und der Produktionsverhältnisse nur die Mittel und Methoden geändert.

 

Wegen dieser umfangreichen und sehr prägnanten Religions- und Kirchenkritik in Form eines außergewöhnlichen und gut „komponierten" Kriminalromans sind eben ausführliche Textzitate für den Rezensenten unverzichtbar gewesen.

 

 

Siegfried R. Krebs

 

 

Willi Keller: Irrglaube. Schwarzwaldkrimi. 348 S. Taschenbuch. Gmeiner-Verlag. Meßkirch 2018. 15,00 Euro. ISBN 978-3-8392-2222-5

 

 

 

 

 

 

 

 

Siegfried R. Krebs

 

Willi Keller: Irrglaube. Schwarzwaldkrimi. 348 S. Taschenbuch. Gmeiner-Verlag. Meßkirch 2018. 15,00 Euro. ISBN 978-3-8392-2222-5

 

 



 
22.05.2018

Von: Siegfried R. Krebs
 
 
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