Mörderische Geschichten zum Advent aus dem Hause Bookspot

WEIMAR. (fgw) Nicht im Verlagsprogramm vorgesehen und überraschend nach dem ersten Advent auf den Buchmarkt gekommen ist eine Krimi-Anthologie aus dem Hause Bookspot, herausgegeben von Petra Mattfeldt und ihrem Sohn Uli.


„Stille Nacht, tödliche Nacht" nennt sich diese Anthologie, die Geschichten von 24 Autoren - angefangen mit Böhm, Michael und endend mit Ziemons, Cecile - vereint. Wie es vom Verlag heißt, handelt es sich hierbei um die Gewinnergeschichten eines Wettbewerbs.

 

Die 24 Autoren - 15 Frauen und neun Männer - sind bis auf zwei Ausnahmen westdeutscher Herkunft, je eine Geschichte wurde aus Österreich und der Schweiz beigesteuert. Der Osten Deutschlands ist leider gar nicht vertreten. Von denjenigen 15 Autoren, deren Geburtsjahr mitgeteilt wird, ist einer 1939 geboren, zwei sind Ende der 1940er, vier Mitte der 1950er und sechs in den 1960er Jahren geboren; die beiden Jüngsten 1978 bzw. 1991.

 

Nicht jedes Todes-Opfer in den 24 Geschichten ist auch ermordet worden, wobei die Motive höchst unterschiedlicher Art sind. Eifersucht spielt da keine geringe Rolle, insbesonders unbegründete. Andere fielen einfach nur einem unglückseligen Unfall zum Opfer, wobei da aber nicht selten so auch ein zwischenmenschliches Problem von selbst gelöst wurde. Köstlich zu lesen sind besonders die Umstände des Todesfalls beim Büro-Sex in der Geschichte „Büroabfälle" der Wienerin Sylvia Grünberger. Ähnlich köstlich liest sich die Geschichte „Das süße Grab" der Westfälin Heike Gellert. Nicht minder amüsant kommt die Persiflage „Sherlock Holmes und das Weihnachtsdesaster von Worcester" aus der Feder des Hunsrückers Wolfgang Kemmer daher. Ferner gibt es Makabres, Groteskes zu lesen, wie z.B. „Die Axt im Haus" des Harzers Roland Lange. Nicht zu kurz kommen auch Komisches oder Absurdes.

 

Alle diese Geschichten sind zwar keine große Literatur, auch ist das Spannungsmoment eher zweitrangig, aber zumeist sind sie vergnüglich zu lesen, am besten bei einem Pott Glühwein als beizugebender Würze. Was aber mehr oder weniger überall zum Vorschein kommt, das ist die kitschige, klischeebeladene und heuer durchkommerzialisierte christenselige Verlogenheit der Advents- und Weihnachtszeit im Hier und Heute.

 

 

Siegfried R. Krebs

 

 

Petra und Uli Mattfeldt (Hrsg.): Stille Nacht, tödliche Nacht. 24 mörderische Adentsgeschichten. 368 S. kart. Edition 211 im Bookspot-Verlag. Planegg 2018. 14,80 Euro. ISBN 978-3-95669-118-8

 



 
17.12.2018

Von: Siegfried R. Krebs
 
 
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