nd: „Sprachregelung macht noch keine Gleichberechtigung“

WEIMAR. (fgw) Man kann es kaum fassen. Die „sozialistische“ Tageszeitung „neues deutschland“ hat jetzt einen Beitrag publiziert, der mal nicht emma-nzipatorisch die Welt vom Kopf auf die Füße stellt. Und das Ganze wurde auch noch von einem promovierten Theologen geschrieben. Und da kann man wirklich nur sagen: „Anerkennung. Hut ab!“


(Bildquelle: http://sprachsalat.kresse-discher.de)

Autor Christian Stappenbeck stellt unter der Überschrift „Die Memme ist maskulin" fest, daß Sprachregelung noch keine Gleichberechtigung macht. Da hat er recht, das ist sogar eine Binsenweisheit. Doch sich modern, alternativ oder „links" gebende Politik und Medien machen allein die Genderei, die Sprachpanscherei, zum Hauptfeld gesellschaftlicher Auseinandersetzungen und zum Nonplusultra der Gleichstellung...

 

In dem Artikel heißt es, ausgehend von Betrachtungen Mark Twains zur deutschen Grammatik:

 

„...Der, die und das - diese Zeichen für drei verschiedene Kästchen, worin unsere Hauptwörter einsortiert sind - haben es in sich. Der Fehler steckt in den gängigen Bezeichnungen männlich/weiblich/sächlich, die wir einem klassisch-griechischen Wissenschaftler namens Protagoras verdanken.

 

Nun wird in öffentlichen Texten und Ansprachen seit längerem mit Eifer versucht, niemanden zu verletzen und insbesondere nicht die weiblichen Wähler, wobei alle Personenwörter verdoppelt werden. »Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer ...« Damit würde, so hört man, der Benachteiligung von Frauen begegnet. Aber wenn Politiker im Bundestag die »Menschen draußen im Lande« apostrophieren, versagt die Doppelung. Denn der Mensch ist nun einmal übergeschlechtlich. Und sogar das schlichte Wörtchen »man« musste sich schon gefallen lassen, zu »man/frau« erweitert zu werden. Welch Unfug, mit Verlaub gesagt. Kein Mensch spricht so, aber geschrieben sieht›s ganz anspruchsvoll aus. Doch jede Person zuerst aus dem geschlechtlichen Blickwinkel zu betrachten, führt auf Abwege. (...)

 

Wie das Mitglied ist auch das Wort Fußgänger neutral. Ebenso der Gast; es gibt keine Gästin. Muss man wirklich den Fußgänger - wie schon ernstlich vorgeschlagen - durch die Form Zu-Fuß-Gehende ersetzen, um dem [biologischen; SRK] weiblichen Geschlecht gerecht zu werden? (...)

 

Freilich, die Sprache unterliegt einer Evolution wie die gesamte menschliche Gesellschaft. Im Lauf der Geschichte erhielten Berufe feminine Ableitungen: die Bäckerin, die Lehrerin. Und unsere Sprache ist zudem gar nicht so maskulin und patriarchalisch wie oft vermutet, denkt man an die Geisel, die Drohne, die Koryphäe, die Memme... Es gibt nicht den Memmerich. Aber es gibt männliche Memmen. Mit diesem Wissen im Kopf kann und sollte man einfach und unverkrampft seinem natürlichen Sprachgefühl folgen.

 

Es ist ein Trugschluss, dass die Grammatik uns mental beeinflussen würde. Die türkische Sprache z. B. kennt keine geschlechtliche Wortunterscheidung, kein maskulin/feminin. Hat das die Stellung der Frauen in der dortigen Gesellschaft positiv beeinflusst? Eher nicht. Die Vorschläge der hiesigen Gender-Ideolog*innen führen nicht zur Emanzipation, sondern sexualisieren die Sprache unnötig. Der Eifer sollte sich besser auf gerechte Entlohnung richten..."

 

Der Theologe Stappenbeck hat es auf den Punkt gebracht: Linke, Menschenrechtler, Frauenrechtlerinnen sollten in erster Linie für eine gerechte Entlohnung aller Menschen kämpfen und sich nicht mit Binnen-I, Unterstrich oder * verzetteln.

 

(SRK)

 



 
06.03.2017

Von: SRK
 
 
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