Von Baezner zu Birnbacher: Staffelübergabe bei der DGHS

WEIMAR. (fgw) Überpünktlich zum 1. Januar ist die neueste Ausgabe der Vierteljahreszeitschrift „Humanes Leben – Humanes Sterben“ (HLS) mit dem Titelthema „Staffelübergabe: Professor Dieter Birnbacher ist neuer Präsident der DGHS“ erschienen. Die DGHS - das heißt ausgeschrieben Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben e.V. - versteht sich als Menschenrechts- und Patientenschutz-Organisation sowie als Bürgerrechtsbewegung.


Der neue Präsident schreibt in seinem Editorial, was für ihn und die anderen Präsiden Verpflichtung ist: „Alles tun, um § 217 StGB aus der Welt zu schaffen und dann den begleiteten Freitod nach Schweizer Modell zu ermöglichen." (S. 3) Dazu gehörten neben politischen Bemühungen auch juristische Schritte. Da die DGHS aber selbst keine Beihilfe zum Suizid durchführe, könne sie als Organisation jedoch nicht selbst den Weg vor das Bundesverfassungsgericht gehen. Sie werde aber diejenigen sieben Kläger unterstützen, die bereits als Betroffene Rechtsmittel eingelegt haben.

 

Breiten Raum im ersten 2017er Heft nimmt die DGHS-Delegiertenversammlung vom November in Berlin ein, auf der vier der sieben Präsidiumsposten neu zu besetzen waren: Präsident, ein Vizepräsident und alle drei Beisitzer. Die HLS stellt daher auf den Seiten 4 bis 6 das Präsidium ins seiner Gesamtbesetzung vor. Es folgt mit „Abschied und Neubeginn" ein ausführlicher Bericht von Claudia Wiedenmann über die Delegiertenversammlung selbst (S. 6 - 7). Die vom Rezensenten miterlebte sehr emotionale Verabschiedung von Elke Baezner, verbunden mit einem Dank für acht Jahre Engagement, gibt Wega Wetzel auf S. 8 wieder: „Ein weiblicher Ritter ohne Furcht und Tadel". Auf S. 11 schließlich wird informiert, womit die DGHS im Jahre 2016 ihre Mitglieder-Leistungen ausgebaut hat.

 

Wissenswertes vermitteln Manuela Hauptmann („Wenn ein 'Digitales Erbe' anzutreten ist", S. 12 - 13) und Rechtsanwalt Oliver Kautz („Soll die Vorsorgevollmacht beglaubigt werden?", S. 14 -15). Zu dieser Rubrik gehört ferner der Artikel von Manfred von Lewinski „Uneigennützige Sterbemotive - ein Selbsttäuschung?" mit konkreten Fragen, wie diese: Was Sterbewillige bewege, wie ihre Mitmenschen darüber denken würden und worin ein unumgängliches Problem bestünde (S. 32 - 33).

 

Umfangreich und besser gestaltet als früher ist die Rubrik „Vereinsleben", in der u.a. ausführlich über Gesprächskreise in Gotha, Bielefeld, Braunschweig, Bad Neuenahr und Heppenheim/Bergstraße berichtet wird. Informationen gibt es hier auch über die Verleihung des Ludwig-Feuerbach-Preises an das DGHS-VIP-Mitglied Ingrid Matthäus-Maier und eine Bremer Gesprächsrunde zum Thema „Sterbehilfe. Laizismus und Religion - ein heißes Eisen für die Politik?" Auf S. 34 kann man noch einen Experten-Rat für „die paßgenaue Bestattungsvofrsorge" lesen.

 

Insgesamt sieben Bücher mit für die DGHS-Mitglieder interessanten Themen stellen Claudia Wiedenmann und Wega Wetzel auf den S. 29 bis 31 vor. Abgerundet wird das Heft wie immer durch den vierteljährlichen Veranstaltungskalender, den „Blick über die Grenzen", die Leserbiefseite, den „Blick in die Medien" sowie einige Ausstellungstips.

 

Wer sich das neue Heft etwas genauer anschaut, wird einige Veränderungen bemerken können, denn die Redaktion hat die „HLS" einer behutsamen „Renovierung" unterzogen: Die Zahl der Rubriken ist auf vier begrenzt (Aktuelles, Service, Wissen und Vereinsleben) und jeder dieser Rubriken eine Leitfarbe zugeordnet worden. Und: erstmals werden in der Zeitschrift die Broschürenreihe sowie die Flyer der DGHS mit Bestellmöglichkeit aufgelistet (S. 9 - 10).

 

Mehr Informationen zur DGHS und ihrer Zeitschrift sind auf der Homepage zu finden.

 

Siegfried R. Krebs

 



 
28.12.2016

Von: Siegfried R. Krebs
 
 
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