Wissenbloggt meint: Solche Emanzen machen sich lächerlich

WEIMAR. (fgw) Auf der Webseite „wissenbloggt.de ist dieser Tage ein nachdenkenswerter Kommentar erschienen. Darin heißt es u.a.: Nun ist es nicht so, als wäre das aktuelle Emanzen-Thema ganz von der Hand zu weisen. Doch, ja, es gibt überall Leute, die spreizen sich über Gebühr. Eine Ausprägung davon ist das, was jetzt „manspreading'“genannt wird, sogenanntes „Männerspreizen“. Gemeint ist, dass manche Männer in der New Yorker U-Bahn sich zu breitbeinig hinsetzen und auch dann nicht die Beine schließen, wenn andere deshalb keinen Sitzplatz finden...


Solch emanzipatorische Ausgewogenheit ist den derzeitigen Attacken fern. Sie haben auf andere Länder wie das deutsche Heimatland übergegriffen und sich damit von der New-Yorker U-Bahn emanzipiert.

 

Aber sie haben sich nicht von der emanzipatorischen Blindheit emanzipiert, die sich derzeit in albernen Gender-Wortvorschriften äußert. Man findet die „VerbraucherInnen", „Arbeiter_innen", „Krankenschwester/innen", „Mitglieder*innen" und „Einwanderinnen und Einwanderer" in den komischsten Ausprägungen.

 

Nur „Banker*innen" gibt es komischerweise nie zu sehen, die antikapitalistische Schelte gilt immer nur den „Bankern".

 

Die vermeintliche Geschlechtsneutralität und Correctness der Emanz*innen ist also bloß Populismus. Mehr noch, das Gendern ist Augenwischerei, es beinhaltet letztlich nur sprachpolizeiliche Allüren und sprachliche Idiotien.

 

Dazu zählt der Glaubenssatz, „das Geschlecht des Menschen ist nicht primär biologisch bestimmt, sondern gesellschaftlich-sozial konstruiert und daher form- und wandelbar". Diese dämliche These wird hergenommen, um genderisch correcte Schreibweisen zu begründen, z.B. SchülerInnen, Schüler_innen, Schüler/innen, Schüler*innen, Schülerinnen und Schüler, kurz Schüler_ oder gleich Lernende.

 

Was dabei aus dem Fokus gerät, ist die eigentliche Emanzipation, und die steht schließlich vor großen Aufgaben.

 

Die wirklichen Aufgaben heißen aber nicht manspreading, feministische Linguistik oder qualifikationsunabhängige Frauenquoten. Die Gender*innen haben die echten Machos aus den Augen verloren, die in großer Zahl ins Land kamen und kommen. Die Frauenbewegt*innen wenden sich nicht gegen die sozialen/religiösen Prozesse, von denen die neuen eklatanten vergeschlechtlichten Ungleichgewichte konstruiert werden. Es fehlt nicht nur ihre vernehmbare Kritik am emanzipatorischen Rückschritt.

 

(...)

 

Und die spreizbeinigen U-Bahn-Fahrer sind keine kulturelle Bereicherung? Da wird mit zweierlei Maß gemessen. Es ist einfach lächerlich, Aufhebens um solche Nichtigkeiten zu machen und die Wichtigkeiten platterdings zu ignorieren, denn:

 

Emanzen, die solches tun, machen sich lächerlich.

 

 

 

Wilfried Müller

 



 
22.07.2017

Von: Dr. Wilfried Müller
 
 
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